Montag, 25. Dezember 2017

Sigdells seltsame Verschwörungstheorie - dunkle Mächte wollen die Menschheit unterwerfen, indem sie die Religion vernichten

In der Beschäftigung mit Rückführungen liegt tatsächlich eine große Gefahr. Geht man von falschen Voraussetzungen aus, läuft man Gefahr sich in Fantasien zu verlieren. Bei Sigdell scheint das der Fall zu sein. Mit Absicht und aus Kalkül unhaltbare Theorien zu verbreiten, möchte ich ihm nicht unterstellen. Mit Wissenschaft hat seine "Forschung" aber auf keinen Fall etwas zu tun.

Er behauptet in einem Buch, es werde ein Krieg gegen das Christentum geführt, um es zu vernichten. Politik, Logentum und Islam seien dafür verantwortlich. Gleichzeitig wendet er sich aber auch gegen die christlichen Kirchen - ich nehme an er meint vor allem den Katholizismus und die lutherische Kirche. Sigdell fühlt sich als ein gnostischer Christ. Als solcher lehnt er Macht und Unterdrückung durch die Kirchen ab. https://www.book2look.com/book/OJxVtpCpiA

Heute werden Christen wieder verfolgt, wie einstmals im römischen Reich. Er sieht das als eine Wende an, hinter der er mehr als nur ganz normale Bestrebungen um Vorherrschaft vermutet.

Einige Orden und Geheimgesellschaften maurischer Art, würden sogar eine satanische Herrschaft anstreben. Wer genau das sein soll, verschweigt er an dieser Stelle. Ich habe keine Ahnung was er damit meint. Mauren gibt es heute keine mehr. Die wahre Gefahr würde jedoch von außerirdischen Zivilisationen ausgehen. Um das zu belegen, beruft er sich auf alte Texte - und auf Sitchin. Der Planet Nibiro und die Annunaki, vielen Esoterikern bekannt, spielen dabei die Hauptrolle. Darüber schreibt er lang und breit. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen, weil ich davon nicht viel halte und mich bisher auch nicht damit beschäftigt habe. Die babylonische Schöpfungsgeschichte ist mit Sicherheit nicht richtiger als irgend eine andere Schöpfungsgeschichte, von denen es übrigens unzählige gibt. Man verfügte vor Jahrtausenden sicher nicht über mehr Wissen als wir heute.

Sigdell greift auf, was Sitchin und Tellinger über irgendwelche Keilschrift Texte zu wissen glaubten, korrigiert aber insofern als er behauptet, Tellinger habe falsch interrpetiert, weil er keine Ahnung von der Geschichte des Christentums habe. Er hingegen würde sie richtig verstehen. "Wie ich hier zeigen werde, hatte Jesus als Botschafter Christi die Mission, uns über die Herrschaft der Anunnaki aufzuklären und wurde deshalb getötet. Diese Mission wurde dann von den Gnostischen Christen weitergetragen, bis herrschende Mächte auch sie beseitigten." ... "Die Darstellung hält sich hier im Wesentlichen an religionshistorische Tatsachen und wird teilweise anhand von spirituellen oder gar esoterischen Quellen weitergedacht. In Unterschied zu den genannten Verfassern wird eine große Zahl von Quellen in Büchern und im Internet nachgewiesen." http://www.christliche-reinkarnation.com/PDF/Anunnaki.pdf

Texte sollte man niemals anhand von spirituellen, oder esoterischen Quellen deuten. Jeder kann alles behaupten, aber das sagt leider gar nichts darüber aus, ob seine Behauptungen auch stimmen. Was er tut ist absolut unwissenschaftlich. Übersetzungen von Keilschrifttafeln sollte jemand der keine wissenschaftliche Ausbildung in dieser Beziehung hat, besser unterlassen. Natürlich gibt es starke Ähnlichkeiten zwischen mesopotamischen  Texten und der Bibel. Die Bibel besteht nur aus Geschichten, die in diesem Raum entstanden sind. Man hat sie einfach übernommen, nachdem sie schon in alter Zeit teilweise falsch übersetzt worden sind. Die Namen wurden teilweise geändert und die vielen Götter wurden gestrichen, weil sie nicht mehr ins neue Weltbild passten. Das weiß man heute schon alles und daran ist nichts Geheimnisvolles. Vieles wurde von den alten Ägyptern übernommen, einiges von Zoroaster, den Babyloniern und von vielen anderen Völkern. Die biblischen Geschichten sind zum Teil mehrere tausend Jahre alt, viel älter als das Judentum, welches sie für uns später Geborenen sozusagen erhalten hat. Leider haben sie diese Texte etwas verstümmelt.

Vielleicht werden irgendwann Aliens auf der Erde landen und die Menschen unterdrücken, wie Sigdell behauptet. Das mag schon sein. Es könnte aber auch umgekehrt sein und wir Menschen landen auf fremden Planeten und unterdrücken die dortigen Einheimischen. Aber zu behaupten diese Aliens würden das bereits jetzt anstreben, indem sie das Christentum durch den Islam ersetzen und den Islam später durch eine satanische Herrschaft, ist geradezu absurd. Woher will er das denn wissen? Aus esoterischen Quellen, die ihre Weisheit aus anderen esoterischen Quellen haben?

Seiner Meinung nach brauchen sie aber erst gar nicht hier zu landen, denn sie sind immer hier gewesen und hier geblieben. Eine Behauptung die schon deshalb absurd ist, weil sie sich vermehrt hätten und deshalb aufgefallen wären. Warum hat sie niemand bemerkt? Wieso gibt es keine einzige Quelle über sie in den letzten 2000 Jahren? Wo hätten sie sich versteckt, wovon hätten sie gelebt? Überall in dieser welt rennen Menschen herum. Irgend jemandem wären sie begegnet - mit Sicherheit.

Wären sie daran interessiert die Menschen zu versklaven, hätten sie dazu schon einige tausend Jahre Zeit gehabt. Damals wäre das auch einfacher gewesen als jetzt. Die große Masse der Menschen waren dumm und ungebildet. Es gab auch nie so viele wie jetzt. Als überlegene Rasse hätten sie es leicht gehabt. In diesem Fall ist die Bezeichnung Rasse richtig, denn als überlegenes Volk eines fremden Planeten, könnten sie sich mit den Menschen nicht vermischen. Ihre Gene wären mit unseren nicht kompatibel. Also wären sie auch gezwungen sich mit ihresgleichen zu paaren, um weiter als Volk existieren zu können. Dadurch wären sie eine größere Gruppe geworden. Die Menschen hätten gegen sie gekämpft. Was immer im Weltraum da draußen sein mag - es wird genauso funktionieren wie das Leben auf der Erde - oder gar nicht. Sie wären sterblich. Selbst wenn sie über einen längeren Zeitraum leben könnten als wir, müssten sie irgendwann sterben. Deshalb müssten sie sich vermehren. Eine kleine Gruppe würde aber genetisch degenerieren.

Ein versteckter Rassismus ist in diesem Buch auch deutlich spürbar, obwohl lieber unterlassen wird "das Volk" zu nennen: "Zunächst nutzte Enlil die Gelegenheit, ein in Ägypten leider für zweitrangig gehaltenes Volk für sich zu gewinnen und dadurch für seine Interessen zu benutzen. Wie erwähnt, ließ er dieses Volk die Kanaanäer ausrotten, um ihr Wissen über den höchsten Gott zu unterdrücken."

Die Antwort auf diese angebliche Verschwörung von Anunnakis, welche die Menschen manipulieren, ist seiner Meinung nach die Hinwendung zur christlichen Religion. Jesus als ein Erlöser von der Herrschaft der Anunnakis? Wie sollte denn das gehen? Da würde ja Jesus schon lange eingegriffen haben, um sein "Volk" zu schützen, welches derzeit, aber auch mehrmals in der Geschichte, tatsächlich in einigen Gegenden verfolgt wird, bzw. wurde. Das hat mit Christentum nun auch nichts mehr zu tun. Jesus als Ritter im Kampf gegen böse Völker!

Enlil war nur ein Gott, wie Zeus, Thor, oder irgendein anderer Gott. Also ein reines Fantasieprodukt. Jedes Volk hat irgendwann in seiner Geschichte an Götter geglaubt. Enlil hat angeblich Himmel und Erde mit einer Hacke getrennt. Weil er eine Göttin vergewaltigte, musste er in die Unterwelt. https://de.wikipedia.org/wiki/Enlil Das alleine sagt doch schon viel darüber aus, als was man ihn betrachten muss. Er war Teil eines Mythos, einer Religion und wurde irgendwann vergessen, weil die Zeiten sich gewandelt hatten. Jede Religion endet irgendwann. Sie überlebt sich. Die Menschen können nichts mehr mit ihr anfangen. Das wird auch den jetzt gerade herrschenden irgendwann so gehen. Dazu braucht man keine Anunnakis.