"Für diejenigen, die glauben, ist kein Beweis nötig. Für diejenigen, die nicht glauben, ist kein Beweis möglich" (Stuart Chase)

Samstag, 16. Dezember 2017

Die Psychotherapeutin Kristine Weitzels, eine Therapeutin und Rückführungstherapeutin - Rückführungen in Hypnose

Auf http://www.xine.de/uber-mich-2/ stellt sich Kristine Weitzels vor. Es ist eine sehr ausführliche Beschreibung ihres Wegs zur Psychotherapie und zur Beschäftigung mit Reinkarnation. Die Dame macht einen sympathischen Eindruck. Mir gefällt ihre Einstellung ganz gut, weil sie meiner eigenen zum Teil entspricht. Sie denkt unabhängig und zieht ihre eigenen Schlüsse. Das ist mir sehr wichtig. Mir ist ein Mensch der eigene Gedanken hat und irrt, lieber als ein Mensch der brav fremde Gedanken vertritt - von denen man auch nicht immer wissen kann ob sie wahr oder falsch sind.

Sie schreibt auch Romane und Sachbücher, es gibt von ihr CDs - also ist sie ziemlich geschäftstüchtig. Sofern sie das alles auch tatsächlich verkaufen kann.

Auf ihrer Seite findet man auch einige Leseproben, die einen kleinen Eindruck darüber vermitteln, wie Frau Weitzels denkt.

Auf http://www.xine.de/blog-57-17-02-2015-leseprobe-aus-meinem-buch-karmisches-herkunftssystem/ schreibt sie zwar sie würde an Karma glauben, relativiert diese Aussage jedoch gleich wieder. Durch einen starken Willen könne man das karmische Wirken auch aufheben. Darin liegt ein gewisser Widerspruch, den sie auf der Seite http://www.xine.de/blog-90-08-12-2015-was-ist-karma/ auflöst. Karma sieht sie nicht als ein Lohn/Strafe System, sondern wohl eher als eine logische Folge früherer Ereignisse.

In ihrem neuesten Buch - eigentlich ein Roman - versucht sie zu erklären wie es im Jenseits aussieht. http://www.xine.de/in-eigener-sache/  Sie meint, dass jeder Mensch dieses Jenseits anders erlebt, dass aber trotzdem jeder für sich Recht haben könnte. In diesem Roman verarbeitet sie die Schilderungen ihrer Klienten während einer Rückführung, die immer im Jenseits endet.

Einen Fall schildert sie auf http://www.xine.de/blog-69-25-05-2015-leseprobe-schicksal-mag-bestimmung-sein/
Das ist allerdings nur eine Leseprobe aus ihrem Buch "Schicksal mag Bestimmung sein". Offen gesagt halte ich die Schilderungen ihres Klienten nicht für Beschreibungen einer Realität, sondern eher für Fantasie. Was er behauptet erlebt zu haben, lässt sich leider nicht nachprüfen. Dafür sind die Angaben zu dürftig. Was mir davon falsch erscheint ist die Behauptung, jemand habe Kanarienvögel von einer Reise nach Kisch mitgebracht und diese hätten sich in einem Palast vermehrt. Diese empfindlichen Vögel auf einer Reise die viele Monate dauert, die vor tausenden Jahren stattfand, lebend über einen so weiten Weg transportiert zu haben, ist einer einzelnen Person nicht möglich. Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass es damals möglich war, überhaupt auf diese Inseln zu gelangen und sie danach auch wieder zu verlassen. Wäre das aber passiert, hätte man sie wohl kaum frei in einem Palastgarten fliegen lassen können, ohne dass zumindest einzelne Tiere weggeflogen wären. Sie hätten sich in Freiheit weiter vermehrt.

Der Klient war Priester, also sehr gebildet und er kannte die Stadt Petra, in welcher er angeblich als kleines Kind gelebt hatte, sowohl aus der Bibel, als auch aus eigenem Ansehen. Anscheinend weiß man über diese Stadt nicht sehr viel, was die Zeit vor dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung betrifft. Ab ungefähr 500 v. Chr. war sie ein bedeutender Handelsplatz, so wie sie von dem Priester geschildert wurde. Doch offenbar berichtet er aus einer Zeit Jahrtausende davor. Angeblich reiste er nach Kiš. Diese Stadt existierte von 3000 v. Chr. bis 1335 n. Chr. Liest man was Wikipedia über diese Stadt schreibt, findet  man den Hinweis, auch die normalen Bürger seien zumindest wohlhabend gewesen - so wie es auch der Priester behauptet. Das war in der Zeit zwischen 2900 bis 2340. Später wird das wohl nicht mehr für alle so gewesen sein, auch wenn die Stadt auch später florierte. Es gab zwischendurch genug Kriege und Eroberungen durch andere Völker. Gerade weil er das erwähnt und es auch von der Wissenschaft behauptet wird, ist anzunehmen dass es sich um die Zeit von vor 2340 handelt.

Hätte die Keilschrift, von der er berichtet, verschiedene Bedeutungen gehabt, wäre sie auch älteren Datums gewesen. Das würde dann zeitlich zusammen passen. Aber nicht unbedingt zum Jahr 500 vor Chr., denn ungefähr um diese Zeit siedelten die Menschen nicht mehr in Petra in Höhlen, sondern in Zelten. Die einheimische Bevölkerung war vertrieben worden. Man begrub nun in den Höhlen die Toten. Bewohnte Höhlen gab es eher vorher. Ich bezweifle außerdem, dass Kinder die keine Eltern hatten, gemeinsam und ohne Erwachsene, in solchen Höhlen hausten. Es wird in der älteren Zeit nicht sehr viele Bewohner gegeben haben. Meistens gab es Clans, oder Großfamlien, die sich um Kinder gekümmert haben.

Er beschrieb verschiedene "Menschenrassen", wie das genannt wird, also Ethnien. Darunter auch Beduinen. 

Es gibt verschiedene Gruppen von Beduinen. Das war eine Bezeichnung für Menschen die nicht sesshaft waren. Eine Gruppe waren Araber, die von den Schutzgeldern der Karawanen lebten, einige waren Nachkommen von Sklaven aus Osteuropa, Bosnien, Anatolien und vom schwarzen Meer, sowie Berber=Tuareg. Erst später vermischten sich die Nachkommen der Sklaven mit den arabischen Beduinen. In den nordafrikanischen Raum kamen Beduinen ca. 100 v. Chr.

Das wäre wieder ein Hinweis auf eine relativ späte Zeit.

Ab etwa 700 v. Chr. wurden Pferde gezüchtet. Die Falknerei wurde ebenfalls um 700 n. Chr. in byzantinischen Höfen betrieben. Erst danach verbreitete sich diese Form der Jagd vermehrt auch unter den Beduinen. Schon 300 n. Chr. wurde sie "wissenschaftlich" betrieben. Die Beduinen in der Rückführung könnten also erst nach Christi Geburt gelebt haben.

Er spricht von Wanderpredigern vom Mittelmeer, das wären dann wohl Christen gewesen. Wer sonst hätte predigen sollen? Das passt wiederum zu den Beduinen, den Pferden und den Falken. Also ein Hinweis auf eine Zeit mindestens 200 oder 300 nach Christus. Alles in allem ist keine einheitliche Zeitbestimmung möglich.

Das könnte man ja vielleicht noch alles unter einen Hut bringen. Allerdings gibt es eine Stelle, welche ganz sicher Fantasie ist: Der alte Mann der ihn schreiben gelehrt hatte, sei sein Schutzengel gewesen. Außerdem erfährt man, sei der alte Mann ein Wanderprediger gewesen. Angeblich war er bereits gestorben, bevor er die Stadt Petra erreichte. Da sei die Seele des geistigen Führers (oder des Engels) in den Körper des Toten gefahren und wäre den Weg zu Ende gegangen. Das widerspricht jeglicher Logik.

Es geht zum Schluss noch weiter mit dem Leben in einer anderen Welt. Darüber möchte ich jetzt gar nicht urteilen, weil das sowieso nicht nachprüfbar ist.

Wie sie ihre Rückführungen genau abhält, kann ich nicht beantworten, weil ich bei ihr keine Rückführung gemacht habe. Alles was in Hypnose erlebt wird, kann sowohl real sein, als auch eine Folge von Suggestionen. Die meisten Rückführungstherapeuten schreiben nicht so genau was sie ihren Klienten suggerieren. Von diesen Suggestionen hängt aber die Qualität der Rückführung ab.

Frau Weitzels schreibt, sie würde verschiedene Techniken anwenden.  Bei einer anderen Rückführung erklärt sie zumindest ansatzweise, wie eine ihrer angewendeten Techniken funktioniert: die Kaufhaus-Technik. Wenn ich richtig verstanden habe (ich lasse mich gerne berichtigen wenn ich irre), wird dem Klienten suggeriert, er würde sich in einem Kaufhaus befinden. Was er sieht soll er beschreiben. Es gibt dort (in der Vorstellung) eine Treppe, die zu einer Türe führt. Hinter der Türe befinden sich die letzten zehn Stufen in ein früheres Leben ... http://www.xine.de/blog-44-17-11-2014-leseprobe-aus-meinem-buch-erzahlende-seelen/
Ohne jetzt genau zu wissen was dann als Suggestion folgt, sehe ich die Gefahr, dass dem Klienten suggeriert wird, er würde an dieser Stelle einfach so in ein früheres Leben gehen. Sollte das so ablaufen, wäre das Unterbewusstsein gezwungen ein früheres Leben zu erfinden, auch wenn gar keine Erinnerung vorhanden ist. Weil der Klient den Wunsch des Hypnotisierenden erfüllen will. Dann wären alle Aussagen die der Klient macht, absolut sinnlos und reine Fantasie. Niemand kann mit Sicherheit sagen, dass sich jeder Mensch in Hypnose an frühere Leben erinnern kann. Möglicherweise können es manche, vielleicht sogar viele - aber ob es eben jeder kann ist ungewiss. Von diesen angeblichen Erinnerungen könnten einige auch nur reines Hellsehen sein. So wie man im Traum wissen kann was andere Menschen erleben (werden), aber glaubt man sei selbst die erlebende Person, könnten auch scheinbare Erinnerungen (die durch Hypnose erzwungen werden) bei manchen Menschen insofern Pseudoerinnerungen sein, als die hypnotisierte Person Zugang zu den Bewusstseinsinhalten ihr fremder Personen (die schon tot sind) herstellen könnte und sich mit diesen Personen dann identifiziert. Das wäre nicht weniger überraschend als die Erinnerung an ein eigenes, früheres Leben. Aber es wäre eben nicht eine Erinnerung an ein eigenes früheres Leben.

Also selbst wenn alle Angaben stimmen sollten und auch beweisbar sind, muss es sich nicht zwangsmäßig um ein eigenes früheres Leben handeln, an das man sich in Hypnose zu erinnern glaubt. Das wäre zwar auch ein Beweis für eine paranormale Begabung, aber nicht unbedingt einer für Wiedergeburt. Wollte man auf diesem Wege einen Beweis für Wiedergeburt erbringen, müsste es schon viele Übereinstimmungen in Bezug auf die Persönlichkeit geben (die auch beweisbar sind).

Jeder muss natürlich selbst entscheiden was er glaubt, oder auch nicht. Für eine wissenschaftliche Überprüfung taugen diese Rückführungen leider nicht. 




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