Sonntag, 12. November 2017

Hajo Schäfer, ein Rückführungstherapeut, führte Marion K. zurück in ein Leben, das im Lager Gurs endete.


Reinkarnation jüdischer und homosexueller Opfer: nach Originalabschriften ...
von Hajo Schäfer, BoD, Selbstverlag

Das Buch kann man Auszugsweise im Internet lesen. 



Es enthält dokumentierte Protokolle des Rückführungstherapeuten Schäfer, von Rückführungen in frühere Leben verschiedener Personen unter Hypnose. Leider wird nicht beschrieben wie die Hypnose genau abläuft, angeblich zum Schutz der Leser, die dies nicht selbst ausprobieren sollen.

Ich habe einen Fall herausgegriffen: Rückführung am 4.9.1986 Marion K. 35 Jahre alt, Mutter von drei Kindern.

Erinnerung die Jüdin Lina Wertheim gewesen zu sein, die am 24. oder 25. Oktober 1940 im Alter von 40 Jahren im Lager Gurs ermordet wurde. Der Grund für die Therapie war eine Phobie vor Schussgeräuschen, Knallern und Knallen von Sektkorken. Angstzustände bis hin zu Ohnmachtsanfällen.

Im Lager Gurs gab es nur 3 Personen mit Nachnamen Wertheim aus Deutschland, aber sehr viele mit dem Nachnamen Wertheimer.

Gefunden habe ich keine Wertheim Lina, aber eine

Wertheimer, Lina

geborene Zimmern
geboren am 25. Januar 1871 in Michelfeld / Sinsheim / Baden
wohnhaft in Karlsruhe
Deportation:
ab Baden-Pfalz-Saarland
22. Oktober 1940, Gurs, Internierungslager

Todesdatum: 23. Februar 1942
Todesort: Gurs, Internierungslager


Das passt ziemlich gut, wenn es auch kleine Differenzen gibt. Der Name Wertheim und Wertheimer ist ja sehr ähnlich. Das Todesdatum stimmt zwar nicht überein, aber diese Lina Wertheimer wurde im angegebenen Jahr nach Gurs im Oktober 1940 deportiert. Gestorben ist sie dann zwei Jahre später. 

Gerade weil es nicht zu 100% überein stimmt, scheint mir die Geschichte richtig zu sein. Offenbar hat sich Frau Marion K. das Datum der Deportation eingeprägt, nicht das des Todes. Was insofern nicht verwundert, als sie vermutlich im Lager gar kein Datum mehr wusste. Man könnte sagen, ihr Leben endete ja bereits als sie im Lager eintraf. 


Ich bin sicher, dass es dieses Gedenkbuch zur Zeit der Rückführung nicht gegeben hat, oder jedenfalls nicht im Internet. Die Wahrscheinlichkeit eines Schwindels ist somit mehr als unwahrscheinlich und auch gar nicht sinnvoll, da niemand diese Angaben überprüft hat. Warum also hätte sie die Geschichte erfinden sollen. Falls doch, hätte sie sich nicht beim Namen und beim Todesdatum geirrt. Es bestünde noch die Möglichkeit, dass jemand in ihrem Umkreis die Person an welche sie sich erinnerte, kannte. Es wäre theoretisch möglich, dass jemand von der Deportation wusste, aber natürlich nicht das Todesdatum. Sie selbst wurde erst wurde 1951 geboren. Aber sie könnte sich in der Hypnose an verschüttete Informationen erinnert haben können. Das würde erklären, dass sie das vermutlich falsche Datum "erinnerte". Ob sie jüdisch ist, erfährt man leider nicht, wäre jedoch wichtig zu wissen. Wissen müsste man auch, ob irgend jemand in ihrem Umkreis etwas über deportierte Juden wusste. Aber auch das ist eher unwahrscheinlich. Ein wissenschaftlich haltbarer Beweis ist diese Geschichte zwar nicht, aber für mich hört sie sich stimmig an. Leider haben die diversen Rückführungstherapeuten meistens keinen großen Wert auf Recherche gelegt, was alle diese Geschichten in Bezug auf Wissenschaftlichkeit entwertet.

Er schreibt zwar, recherchiert zu haben - leider kann man das im Internet nicht lesen und es ist mir zu teuer, alle Bücher zu kaufen von denen ich nur einen Fall hier vorstelle - deshalb kann ich nicht sagen was dabei heraus gekommen ist. Da er schreibt, er habe noch lebende Familienangehörige gefunden, die Aussagen bestätigen können, ist auch das nicht als wissenschaftlicher Beweis zu werten. Wichtiger wäre es, das Umfeld der Rückgeführten zu untersuchen. Skeptiker werden ansonsten zu Recht darauf verweisen, dass es eine Beziehung zwischen den Familienmitgliedern der Ermordeten und den Rückgeführten gegeben haben könnte. Wie er diese Familienmitglieder gefunden haben will, wäre von großem Interesse, weil der erinnerte Name ja vermutlich falsch ist. Der angegebene Name kommt sicher nicht vor.