"Für diejenigen, die glauben, ist kein Beweis nötig. Für diejenigen, die nicht glauben, ist kein Beweis möglich" (Stuart Chase)

Mittwoch, 6. September 2017

Propheten, Seher, oder Wahrsager biblische Prophezeiungen, die Apokalypse, Barbara Weigand, Veronika Lüken, Erna Stieglitz, Nostramus & Co.


Die meisten angeblichen Propheten neuerer Zeit, würden beim historischen, jüdischen Propheten-Test schlichtweg durchfallen. Weltliche Skeptiker die jetzt mühsam die verschiedensten "Prophezeiungen" sammeln, sind fast noch weniger streng als die christlichen. Kleine Irrtümer würden sie vielleicht gerade noch durchgehen lassen. Ob es diese religiöse Regelung tatsächlich in der Strenge gab, kann ich leider nicht feststellen. Für das alte Israel mag es ja vielleicht zeitweise gegolten haben. Nur weiß man heute leider nicht, ob die angeblichen Prophezeiungen der nicht Gesteinigten, tatsächlich eingetroffen sind. Die Prophezeiungen in der Bibel sind nur Teile von Geschichten. Keine historisch belegten Ereignisse, angeblich vorhergesagt von historisch nicht belegten Menschen.

Ankündigung eines Gesalbten

Der in Micha 5,2 Prophezeite wird teilweise als der in Jesaja 7,14 Angekündigte:

(...) Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.

und in Jesaja 8,3 erschienene Sohn des Jesaja angesehen:

Und ich nahte mich der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der HERR zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub«!

Christliche Quellen beziehen Micha 5,2 jedoch auf die Geburt Jesu.


http://de.wikipedia.org/wiki/Buch_Micha


Da hat man schon eine große Unsicherheit. Jeder bezieht die jeweilige Voraussage auf ein anderes Ereignis, bzw. auf einen anderen Menschen. Jeder interpretiert nach Belieben, was jemand angeblich gesagt hat, von dem man gar nichts weiß. Angaben zu seiner Person findet man nur in der Bibel. Ob diese Angaben stimmen, lässt sich nicht überprüfen.


Der gute Micha aus Moreschet wollte aber angeblich gar nicht als Prophet angesehen werden:

Michas Anklagen gegen soziale Ungerechtigkeit und religiöse Verderbtheit lassen das Thema des Amos und das seiner Zeitgenossen wieder aufleben. Obwohl er als Prophet angesehen wurde, vermied er diesen Titel, denn er wollte sich stark von den Berufspropheten abgrenzen. Seine Prophezeiungen beklagen insbesondere die gesellschaftlich schlechte Stellung der Kleinbauern und Bürger, die durch den Staat und seinen bürokratischen Apparat unterdrückt wurden, um dessen Unterhalt zu sichern.

Im Buch Jeremia wird bezeugt, dass Michas Wort gehört wurde und seine Botschaft zur Reform Hiskias beigetragen hat (Jeremia 26,18ff), und Michas Prophetie und ihre Wirkung wird als Argument gebraucht, um zu verhindern, dass Jeremia wegen einer ähnlichen Prophetie hingerichtet wird. Manche Wissenschaftler gehen von einer nachträglichen Redaktion seines Buches aus. Andere gehen davon aus, dass Micha das Buch selbst geschrieben hat.


Wer was geschrieben hat, ist unklar. Geglaubt wird es, weil es in einem Buch steht. Bücger haben etwas Magisches an sich. Bis heute gibt es Menschen, die alles glauben, was irgendwo geschrieben steht. Weil in der Bibel angebliche Prophezeiungen stehen, suchen manche in ihr nach Prophezeiungen für die heutige Zukunft. Die alten Propheten können sich dagegen leider nicht mehr wehren. Wahrscheinlich wären sie verzweifelt gewesen, hätten sie das schon damals gewusst. Das bedeutet nämlich indirekt, dass sie sich damals geirrt haben müssen - und auf eine falsche Prophezeiung stand die Todesstrafe durch Steinigung. Wer als falscher Prophet entlarvt wurde, fiel in jeder Hinsicht in Ungnade. Aber ein Gesteinigter galt trotzdem immer noch als Prophet: der Prophet Jeremia.

Im letzten Kapitel seines Buches (Kapitel 52) wird noch einmal die Zerstörung Jerusalems und die Wegführung des Volkes in die Babylonische Gefangenschaft geschildert.
Und obwohl seine Prophezeiungen eingetroffen waren, gewann der Prophet kein Ansehen bei seinem Volk. Gegen seinen Rat flohen die letzten zurückgebliebenen Judäer nach ÄGYPTEN (nach der Ermordung des babylonischen Statthalters).
Über das Ende des Propheten ist nichts bekannt. Er soll aber in Ägypten von seinen Landsleuten gesteinigt worden sein.


http://www.glauben-und-bekennen.de/besinnung/begriffe-j/jeremia.htm

Wer hat sich nun geirrt? Der Prophet, oder diejenigen, denen er seine Prophezeiung verraten hatte? Selbst innerhalb der Kirchen streitet man sich darüber, ob der Text tatsächlich nur von einem Autor stammt, oder aber von mehreren. Seine angebliche Lebensgeschichte betreffend, fällt folgendes auf:

Er war berufen, weigerte sich jedoch anfangs gegen diese Berufung. Das typische Verhalten eines Schamanen. Jeremia ist nicht der Einzige, der sich so verhält. Damit weisen diese biblischen Geschichten in eine entfernte Vergangenheit. Nicht unbedingt in die jüdische Vergangenheit, denn wie man heute weiß sind die biblischen Geschichten verschiedensten Ursprungs. Die Geschichte des Jeremias dürfte mit ziemlicher Sicherheit aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Autoren stammen. Dass sie trotzdem einheitlich erscheinen mag daran liegen, dass schon zur Zeit als die Schriftrollen in Qumran entstanden, die Geschichten zu einer einzigen verschmolzen waren. Was ein weiterer Hinweis auf deren hohes Alter darstellt.

Kehrt man nun die Logik, die sich aus dem "Prophetentest" ergibt, um, muss man annehmen, dass jemand der eine richtige Vorhersage macht, jemand der sich dabei niemals irrt, ein Prophet sein muss. Dieser Definition zufolge wäre etwa Irlmaier kein Prophet, der er hat sich oft geirrt. Nostradamus beispielsweise bezeichnete  sich selbst nicht als Prophet, sondern als ein Seher. Abgesehen davon, dass seine Texte bisher unverständlich sind entzieht er sich damit dem Prophetentest, weil er ja kein Prophet ist. Er darf sich irren. 



Auch ich habe Prophezeiungen gemacht, würde mich aber auch nicht als eine Prophetin bezeichnen, denn nicht ich sage etwas voraus, sondern meine Träume. Deshalb weiß ich auch nict, ob ich mich irre. Im Gegensatz zu Nostradamus, der behauptete, sich sicher nicht zu irren. Zwar zeigt mir die Erfahrung, dass ich mich nicht irre, aber kann passieren, dass sich meine Träume auf andere Weise erfüllen, als ich es erwarten würde. Zudem sind sie teilweise symbolisch zu verstehen, oder ich merke mir manches schlecht, vor allem Namen. Schließlich sind es Träume, die man nicht immer perfekt erinnern kann. Mir erscheint es, als würde mir jemand Fremder etwas schildern. So gesehen könnte ich mich auch als "Seherin" bezeichnen, denn ich sehe die Zukunft im Traum.  Nostradamus hingegen behauptet, er würde in einem Trancezustand in die Zukunft schauen. Wie die alten Propheten das gemacht haben, weiß ich nicht.




Die Bibel ist voller Symbolik die spätere Generationen nicht mehr richtig verstehen können und sie ist vollgestopft mit Prophezeiungen, die sich angeblich alle erfüllt haben. Also ist für den Gläubigen auch das wahr, was mit der erfüllten Prophezeiung in Verbindung steht - die Glaubenslehre, die der jeweilige Prophet aufstellt. Um überzeugend zu wirken, braucht man also Prophezeiungen, die sich angeblich erfüllt haben, denn diese sind sozusagen das Aushängeschild dessen, der den Glauben erneuern, oder verändern möchte.

Selbst zu biblischen Zeiten rätselten die Autoren der Bibel bereits über frühere Texte:

Als Daniel gewisse Prophetenworte von Jeremia las, suchte er lange nach ihrem Sinn (Dan 9, 2).

http://www.glauben-und-wissen.de/M23.htm

Man legte die Texte also schon immer aus und das hat Tradition. 




Im Mittelalter wimmelte es nur so von christlichen Prophezeiungen und von Propheten. Im Mittelpunkt der Voraussagen stand fast immer die Kirche und der wahre Glaube. Die Kirchenväter hatten damit aber keine Freude. Denn der christliche Glaube war nie so einzementiert, wie es uns heute erscheint. Es traten ständig Leute auf, die ihre eigenen Gedanken äußerten und eigene Lehren aufstellten. Weil es aber nicht so einfach ist, eine Prophezeiung zu machen, die mit absoluter Sicherheit eintrifft, war es notwendig sich insofern abzusichern, als man eine etwas unklare Sprache wählte. Traf eine Prophezeiung nicht wie erwartet ein, lag es an der falschen Interpretation. Die Propheten der Bibel sagten jedoch oft genau voraus was passieren würde. Sie nannten konkrete Namen von Menschen und von Städten.

Wie bei so vielem im Leben entstand eine Eigendynamik. Die Menschen predigten und die Zuhörer verlangten nach Beweisen. Je weniger deutlich der "Beweis" ausfiel, umso eher konnte man alles hinein interpretieren, was man an Ängsten und Hoffnungen in sich trug. Man durfte weiter glauben und weiter warten, selbst wenn sich die Prophezeiung auf einen Zeitpunkt bezog, der bereits abgelaufen war.

Die Apokalypse ist die bekannteste, christliche Prophezeiung. Der Autor verwendete alte, biblische Symbole, die zu seinen Lebzeiten wohl noch von vielen Menschen verstanden wurden. Mit der Zeit wurden die Symbole jedoch immer unverständlicher. Nachträglich wird erklärt, der Autor habe sich schützen müssen und deshalb zur Verschlüsselung gegriffen.

Man geht davon aus, dass Petrus die Stadt Rom als Babylon bezeichnete, um sich vor etwaigen Verfolgern zu schützen.

http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_17.htm

Die Verschlüsselung war aber wohl ursprünglich keine. Es war meistens der Versuch, dem Text Autorität zu verleihen, indem die alte, biblische Symbolik Verwendung fand, zumindest so wie man selbst sie verstanden hatte. Versteht man sie nicht mehr richtig, ändert sich die ursprüngliche Aussage rückwirkend. Die Prophezeiung wird immer dunkler und statt sie in Frage zu stellen - was allerdings nicht mehr möglich ist, weil sie ja schon in einem "heiligen Buch" festgeschrieben und als göttlichen Ursprungs befunden ist - rätselt man lieber, was der Autor eigentlich hatte sagen wollen. Ein kleines Beispiel dafür, wie jemand seine eigene religiöse Ansicht begründet, indem er/sie eine angebliche, aber mit Sicherheit unverständliche Prophezeiung auslegt:

Eine wichtige Frage lautet nun, ob Babylon nur das Papsttum versinnbildlicht oder noch für etwas anderes steht?

Offenbarung 14 enthält die Drei-Engels-Botschaft, die seit 1844 n. Chr. verkündet wird. Der zweite Engel warnt dabei in Offenbarung 14,8 das Volk Gottes vor dem Fall Babylons. Wenn Babylon nur für das päpstliche Rom stehen würde, dann müsste die Warnung vor dem Fall Babylons bereits früher erfolgt sein, denn Rom ist schon viel früher gefallen. Dies ergibt sich aus der Beschreibung des ersten Tieres aus Offenbarung 13. Da das Papsttum schon zur Zeit des Mittelalters aufgrund seiner heidnischen Elemente gefallen war, der Fall Babylons aber erst seit 1844 n. Chr. verkündigt wird, kann sich Babylon nicht allein auf Rom beziehen! Babylon wird der Sünde der gesetzeswidrigen Verbindung mit den "Königen auf Erden" angeklagt. Durch das Abweichen vom Herrn und die Verbindung mit den Heiden wurde die jüdische Gemeinde zu einer Hure. Rom, das auf gleiche Weise von der Bibel abwich, indem es die Unterstützung der weltlichen Mächte suchte, empfängt das gleiche Urteil. Babylon wird die Mutter der Hurerei genannt. Im Grundtext heißt es sogar Mutter der Huren. Unter den Töchtern müssen demnach Kirchen zu verstehen sein, welche an ihren Lehren und Überlieferungen festhalten und dem Beispiel Roms folgen, indem sie die biblische Wahrheit verlassen, um eine gesetzwidrige Verbindung mit der Welt zu schließen. Die Botschaft von Offenbarung 14,8, welche den Fall Babylons verkündigt, muss auf religiöse Gemeinschaften Anwendung haben, die einst rein waren, nun aber abgefallen sind. Da diese Botschaft im Anschluss an die Warnung vor dem Gericht folgt, muss sie in den letzten Tagen verkündigt werden, und kann deshalb nicht allein auf das päpstliche Rom Bezug haben, denn dieses war schon seit vielen Jahrhunderten in einem gefallenen Zustand.


http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_17.htm

So folgt der durchaus logische Schluss:

Die heutige Zeit zeigt deutlich, wie sich diese Prophezeiung in der Ökumene (= Zusammenschluss der christlichen Kirchen) und im Synkretismus (= Vermischung von Religionen) erfüllt. (ebenda)

Die Menschen müssen nicht glauben, sie wollen es. Unzählige "Wissenschaftler" haben versucht zu beweisen, dass die Bibel Recht hat und ein Geschichtsbuch und kein Geschichtenbuch ist. Archäologen wissen es besser:

Alle Geschichten biblischer Urzeit, nicht nur der mythologische Garten Eden, auch Abraham, Isaak und Jakob, der Auszug aus Ägypten, die kriegerische Eroberung des Landes Kanaan - sie alle gehören laut Herzog ins Reich der Legenden.

Die Archäologen, so der Wissenschaftler, fanden keine Hinweise, geschweige denn Beweise für einen geschichtlichen Kern. Mehr noch: Sogar die Einzigartigkeit Jahwes, die Grundlage dreier monotheistischer Religionen werde durch Ausgrabungsfunde in Zweifel gestellt. Im Anfang war da mehr als einer.


http://www.glauben-und-wissen.de/M4.htm

Damit erschüttern sie eine Glaubenswelt, auf der ganze Rechtssysteme aufbauen. Sie beweisen, was vor ihnen Sprachwissenschaftler behauptet haben. Obwohl Wissenschaftler heute so weit sind, total von der Bibel abzurücken, also nicht wie früher anhand der Bibel zu forschen, sondern unabhängig davon, weil bereits als erwiesen gilt, dass weder David, noch Salomo historische Personen sind, findet man noch immer genug pseudowissenschaftliche Dokumentationen, die im Sinne - vor allem amerikanischer Christen - Forschungsergebnisse behaupten, die es nicht gibt.

Wenn nun alle diese angeblichen historischen Grundlagen nicht existieren, können auch die biblischen Prophezeiungen keine gewesen sein, die sich erfüllt haben. Es kann sich also nur um Mythen und Märchen handeln.

Offensichtlich befinden sich die Archäologen in einer Zwickmühle. Ihr Dilemma, ja mancherlei zutiefst Peinliches, wird aufgerührt, wenn man den Archäologen Amihai Mazar von der Hebräischen Universität in Jerusalem hört. Wenn die Bibel über Bord geworfen wird, so sagt er, »müssen wir die gesamte wissenschaftliche Literatur der letzten 100 Jahre, die die Bibel in Beziehung zur Archäologie - und umgekehrt - setzte, auf den Abfallhaufen werfen.«(1, S. 30)

http://www.glauben-und-wissen.de/M19.htm

Wer gesteht sich schon gerne ein, dass er sein Leben einer Lüge geopfert hat? Wenn man sieht wie gebildete Menschen, die Beweise vor sich haben, nur ungern alles über Bord werfen, was als Unsinn erkannt wurde, kann man sich vorstellen wie es Menschen gehen muss, die gar nicht fähig sind anders zu denken, weil ihr Glaube ihre Identität ist.

Eines haben religiöse Propheten der verschiedenen Religionen gemeinsam. Sie widersprechen einander in einer Sache, um sich darin in gewisser Weise einig zu sein. Jeder Prophet erklärt seinen Glauben als Sieger in einem großen Wettstreit um den wahren Glauben, am wahren Gott, dem sich alle anderen Religionen unterwerfen werden. Das betrifft selbstverständlich auch die Juden. Sie sagen voraus, am Ende würden alle Menschen ... Christen, Moslems, oder Verehrer des Jahwe sein. Da allerhöchstens eine dieser Voraussagen eintreffen - sofern überhaupt eine davon eintrifft, was ich nicht glaube - müssen logischerweise zwei irren. Sie sollten also besser alle auf eine alttestamentarische, jüdische Prophetenprüfung verzichten.

Denn für das religiöse Weltherrschaftsziel des orthodoxen Judentums - jeder Judaistik-Student kann darüber Auskunft geben - hat der Tempel Salomos ebenfalls immense symbolische Bedeutung: Alle Völker der Welt, so die biblische Verheißung, sollen vor den Tempel Salomos kommen, um dort Gott, will heißen Jahweh, zu verehren. Die nichtjüdischen Völker der Welt können allerdings nach dieser Religion auch als Proselyten niemals vollgültige Juden werden und sollen nur vor den Tempel, nicht in den Tempel selbst kommen.


http://www.glauben-und-wissen.de/M19.htm

Was da durch klingt ist der Männlichkeitswahn, wichtiger und auserwählter zu sein als alle anderen, der in allen drei Weltreligionen zu spüren ist.

Trotzdem gab es auch Frauen, welche sich als Prophetinnen gaben. Natürlich meistens nur innerhalb der gängigen Religion, weil alles andere den sicheren Tod bedeutet hätte.

Professionelle Prophetinnen und Propheten machen gerne so viele Voraussagen, dass zumindest einige davon eintreten müssen. Umgekehrt ist es aber so, dass umso weniger eintreffen, desto mehr gemacht werden. Denn echte Voraussagen kann ein Mensch nur dann machen, wenn er ehrlich ist - vor allem zu sich selbst. Ob er nun die Voraussage für sein eigenes Wissen hält, oder ob er glaubt sie stamme von Gott, ist unwesentlich. Religiöse Menschen sehen eine Voraussage jedoch immer in einem Zusammenhang mit ihrem Glauben, weil sie diesen als richtig beweisen wollen. So gesehen sind sie auch nicht ehrlich. Es geht ihnen nicht um Wahrhaftigkeit und deshalb werden viele ihrer Voraussagen sich nicht wie erwartet erfüllen.

Zu den religiösen Prophetinnen gehört Barbara Weigand https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Weigand. Sie hatte offenbar seherische Fähigkeiten. Ihre Voraussagen wurden von ihr selbst im Sinne ihrer Religion interpretiert. Unter anderem sagte sie
voraus, dass es in Zukunft viele Kriege und Revolutionen geben werde, durch die die Menschheit erschüttert werden würde. Auch schrieb sie, dass es der Kirche nicht gut ergehen werde und viele Gebäude zerstört würden, aber am Ende doch die Kirche siegen würde. Das sind Allgemeinplätze, denn jeder denkende Mensch weiß, dass es immer Kriege und Revolutionen geben wird. Nur die letzte Aussage ist deutlich - das Christentum wird siegen. Sie war eine Frau, welche die Kirche reformieren wollte. Eine Voraussage hat sich erfüllt. In diesem Fall ging es um das persönliche Schicksal eines Menschen:
          
Wieder einmal sagte er: „Schreiben Sie Ihrem Herrn Bruder nach Aachen“, der mein Seelenführer damals war, „Ich erlaube ihm: er darf die Bücher überall verbreiten. Sie können nur Gutes stiften.“

Aber der Heiland verlangte die Einführung der täglichen heiligen Kommunion, damit die guten, treuen Kinder einen Halt hätten, weil der Unglaube und die Gottlosigkeit immer mehr um sich greifen, auch Seine guten, treuen Kinder mit hineingezogen würden. Er Selbst müsse ihr Halt und ihr Führer sein. Aber da der hochwürdige Herr Bischof den Willen des lieben Heilandes nicht zu erfüllen sich Mühe gab, mußte ich ihm sagen: „Binnen einer Jahresfrist werde Ich ihn hinweg nehmen.“ Dies geschah buchstäblich!

Im darauffolgenden Jahr vor Allerheiligen wurde ich zum ersten Mal vor ein geistliches Gericht gerufen und verhört, und in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen starb der Hochwürdigste Herr Bischof Haffner.


http://www.barbara-weigand.de/

Eine Voraussage die nicht religiös gefärbt ist würde etwas so lauten: Binnen eines Jahres wird der Bischof sterben. Da sie aber bemüht ist, alles was geschieht als göttlichen Willen zu sehen, sucht sie eine Begründung für ihr geheimes Wissen. Der Bischof muss wohl eine Sünde begangen haben, meint sie und deshalb würde Gott sie wissen lassen was mit ihm geschehen wird. Wäre dasselbe nun unter anderen Vorzeichen und im Mittelalter geschehen, hätte man die Frau eines tödlichen Fluchs bezichtigt. Sie wäre als Hexe verbrannt worden. 



Eines der Probleme von Voraussagen besteht darin, dass es sich auch um erfüllte Wünsche handeln könnte. In solchen Fällen wären die erfüllten Wünsche Flüche. Auch wenn Skeptiker es nicht gerne hören: Man kann durchaus auf telepathischem Wege Einfluss auf andere Menschen nehmen. Gerade wenn man sehr fest glaubt, es sei richtig was man wünscht. Allerdings läuft das auf einer unterbewussten Schiene ab.

Im Jahre 1905 ging mein hochwürdigster Herr Beichtvater, Bischof Kirstein, nach Rom und weilte dort 6 Wochen. Als er zurückkam, wurde von allen Kanzeln in Mainz verkündet, daß die öftere Kommunion eingeführt wird in der ganzen Welt. „Wer sich frei von Todsünde hält, mag er verheiratet sein oder ledig, im Kloster oder in einem weltlichen Stand, kann mit Erlaubnis seines Beichtvaters alle Tage kommunizieren.“ Dies war 1905.

Das ist die Einleitung und nun folgt "Gottes" Fluch, weil nicht geschieht, was die Prophetin verlangt. Auch wenn nicht sie es ist die verlangt, sondern in ihrer Vorstellung die göttliche Person, mit welcher sie angeblich kommuniziert:

Ein sehr frommer und gelehrter geistlicher Herr sagte einmal zu mir: „Die Verantwortung, die derjenige auf sich hat, der schuld ist, daß der Kirchenbau verboten wurde, möchte ich nicht auf mir haben.“

Darum wurde ich aber auch innerlich aufgefordert niederzuschreiben, wie solche Ungerechtigkeiten bestraft werden vom lieben Gott.


Wer auf die Prophetin nicht hört, oder sie anfeindet, wird aus dem Weg geräumt. Christliche Menschen dürfen nicht selbst verfluchen. Das darf in ihrer Vorstellung nur Gott. Also muss es Gott sein, der den Frevler verflucht und auch gleich richtet. Was ja nicht so sehr im christlichen Glauben Platz hat. Ein gütiger Gott tötet nicht gleich den Unbelehrbaren. Sie glaubte das aber.

In Mainz ließ einmal Generalvikar Engelhart ein Dienstmädchen zu sich kommen, das ihm alle Dienstmädchen angeben mußte, die mit Barbara Weigand verkehren. Alle diese Dienstmädchen bekamen eine Zuschrift von ihm, daß sie an dem Datum, das der Generalvikar angab, bei ihm zu erscheinen hätten, um etwas zu unterschreiben. Zwei Tage vorher, wo er die Dienstmädchen bestellt hatte, sagte er abends zu seinen beiden Dienstmädchen: „Ich will mir ein Bad nehmen“. Der Generalvikar Engelhart ging in sein Badezimmer und kam nicht zurück. Als die Mädchen nachsehen wollten, wo ihr Herr so lange bleibt, lag er in seiner Badbütt und war tot. Und an dem Tag, wo er die Dienstmädchen zu sich bestellt hatte, wo sie ihm unter einem Handgelübde versprechen sollten, daß sie mit der Barbara Weigand nicht mehr verkehren dürfen, war sein Begräbnistag.

Also hatte der arme Mann große Angst vor der Prophetin, nicht vor seinem Gott. Sie unterscheidet sich insofern von anderen Propheten und Prophetinnen, weil sie meint, die Strafe Gottes käme gleich über die Personen, welche an ihren Worten zweifeln. Ihre Worte sind angeblich die Worte Gottes, oder die Mariens. Sie bildet somit eine Einheit mit den himmlischen Personen. Andere stellen die eigene Person in den Hintergrund. Ihnen geht es auch nicht um einzelne Personen, ihnen geht es nur um die Bestrafung der Gesellschaft wegen Glaubensmangel.

Veronika Lüken https://en.wikipedia.org/wiki/Veronica_Lueken sagte am
18. März 1983 — Wenn Ihr nicht betet für Euren Papst Johannes Paul II., wird er abgesetzt. Und wenn das passiert, dann wird Kirchenraub begangen in der Stadt Rom und in Gemeinden in der Welt. Das, mein Kind, ist das Symbol dessen. Wenn Papst Johannes Paul II. abgesetzt ist, wird die Kirche in sich selbst geteilt sein. Vereinigt halten wir stand, geteilt werden wir fallen.

30. Juni 1984 — Für euer Land, die Vereinigten Staaten von Amerika, besteht die große Gefahr der Invasion. Der Plan ist schon im Gange. Ich warne Euch nochmal: Für die USA besteht Invasionsgefahr. Ihr seid jetzt umgeben von Feinden.


Diese konkreten Voraussagen haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil brach der Kommunismus in Russland zusammen und der Papst hatte keine Probleme.

Jetzt sehe ich einen ungeheuren Ball untergehen am Himmel nahe der Sonne. Es sieht aus wie zwei große Sonnen am Himmel.

Dieses Bild stammt von Nostradamus.

12. Juni 1976 — Segnet die Kerzen, das Wasser, das Essen, Eure Sachen und allen Hausrat in Euren Häusern. Diese gesegneten Kerzen werden nicht ausgelöscht, aber die Kerzen in den Häusern, wo Satan regiert, werden nicht brennen! Amen. Ich sage Euch: Auf Nacht folgt Tag, eine große Dunkelheit wird auf die Menschheit niedergehen.

Das findet man fast wörtlich bei Marie Julie Jahenny 1850 - 1941

Erna Stieglitz (1894–1965)

Der 3. Weltkrieg wird sicher kommen, aber die Sowjetunion wird daran wohl nicht beteiligt sein, denn sie existiert nicht mehr.

In einem Sommer, wahrscheinlich im Monat Juli, wenn die Erdölregion bereits in ziemlich festen russischen Händen ist, erfolgt der Angriff der Sowjetunion auf die Südund Nordflanke, auf die Türkei, auf Griechenland, auf Jugoslawien und Skandinavien.
Angriffsmonat gegen Westeuropa

Gegen Ende Juli stoßen sowjetische Angriffskeile blitzartig gegen Westeuropa vor. Anfang August werden die eingedrungenen russischen Panzerarmeen in Mittelfrankreich, vermutlich um Lyon, und wenig später bei Ulm vernichtet.

http://kath-zdw.ch/maria/vergleichb.offenbarungen.html

Nichts von alldem hat sich erfüllt. 


In manchem sind sich die Propheten und Prophetinnen einig. Sie berichten von 3 Tagen Finsternis und von kosmischen Ereignissen, die sich alle auch bei Nostradamus finden.

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