Montag, 4. September 2017

Alois Irlmaier - Irlmayer - Irlmayr - ein berühmter Seher


Viel schreibt wikipedia über Alois Irlmaier nicht:

Alois Irlmaier (* 8. Juni 1894 in Scharam bei Siegsdorf in Oberbayern; † 26. Juli 1959 in Freilassing) war von Beruf Brunnenbauer und wurde als Rutengänger und Hellseher berühmt.

Irlmaier wird zugeschrieben, während des Zweiten Weltkriegs die Orte von Bombeneinschlägen und den Aufenthaltsort von Vermissten vorausgesagt zu haben.[1] Außerdem wird ihm nachgesagt, bei der Aufklärung von Verbrechen geholfen zu haben.[2]

1947 wurde Irlmaier am Amtsgericht in Laufen wegen „unbefugter Ausübung der Hellseherei gegen Entgelt“ angeklagt, jedoch aufgrund von Zeugenaussagen und einer Vorführung seiner Hellsichtigkeit freigesprochen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Irlmaier


Da ich mich bisher mit ihm nicht näher beschäftigt habe, kann ich auch nicht viel zu seiner Person sagen. Vielleicht hole ich das noch nach.

Es ist schwer zu sagen, was von seinen Voraussagen eingetroffen ist und was nicht, weil es sich dabei in den seltensten Fällen um konkrete Aussagen handelt. Ich habe mich damit eigentlich nur beschäftigt, weil ich auf einer Seite
http://www.alois-irlmaier.de/Wiener Kurier.htm zufällig die Kopie eines Textes gefunden habe, über dessen Echtheit gerätselt wird. Wäre er echt, ließen sich wohl viele von den Seherqualitäten des Herrn Irlmaier überzeugen. Ich halte ihn nicht für echt, aber für praktisch.


Im Jahre 2002 tauchte im Internet ein handschriftlicher Text auf, der Prophezeiungen von Alois Irlmaier wiedergeben und aus dem Jahre 1945 stammen soll. 

Der Knaller dabei: Der Text prophezeit ein Ereignis, das eigentlich nur der 11. September 2001 sein kann!

Die Handschrift soll eine Abschrift vom "Kurier" vom 12. Oktober 1945 sein. Nachdem sich jemand aus einem Internet-Forum den Wiener Kurier vom 12. Oktober 1945 beschaffte, zeigte sich: Dort steht das nicht drin!

Das schreibt der Autor der Seite, Herr Stephan Berndt. Ihn beschäftigt vor allem dieser Satz:


Ich sehe die Wolkenhäuser in sich zusammenstürzen.   [ wenn nicht 11.09.2001, was dann???, leider aber ein paar Monate zu spät veröffentlicht! ]

Wenn damit tatsächlich das World Trade Center gemeint ist, müsste Irlmaier zuerst einmal diese "Wolkenhäuser" erklären, denn das Center wurde erst 1973 eröffnet. Dieses Wort ist offenbar unüblich für Hochhäuser. Meistens meint man damit Berghütten. Ich habe bisher im Internet den Begriff "Wolkenhäuser" in einem Buch von Rudolf Hensel gefunden. Aus dem Jahr 1929. "Die neue Welt - ein Amerikabuch", J. Hegner. Hensel war ein deutscher Arzt und Versicherungsangestellter, der ein Reisetagebuch veröffentlicht hatte. Das Buch scheint sehr bekannt gewesen zu sein, denn es wird häufig zitiert. Geht man davon aus, dass der Autor der Fälschung - ich denke ist ist mit Sicherheit eine Fälschung - "Wolkenhäuser" schrieb weil er das Buch gelesen hat, könnte er es so um 1929 bis 1940 gelesen haben.

Ansonsten enthält der Text zahlreiche Voraussagen, die zum Teil offensichtlich eingetroffen sind.  Diese beispielsweise:

Ein heiliger Papst wird kurz über die Erde gehen. Johannes Paul I. war nur 33 Tage im Amt. Dann starb er im Jahr 1978.
Amerika wird ihre eigenen Präsidenten ermorden. Kennedy

Im Falle einer Fälschung sind solche Informationen leicht zu bekommen. Die angeblichen Voraussagen wirken eindrucksvoll und überzeugend. 2002 hat man das alles schon gewusst. 



Was stark für eine Fälschung spricht ist folgender Absatz:

In einer eisigkalten Nacht wird Donner ertönen, dann schliesst Tür und Fenster, es bleibt 3 Tage finster wie in der tiefsten Nacht, die Kräfte des Himmels werden erschüttert sein.

Weil es sich dabei um eine bereits bekannte Voraussage handelt, die sowohl von einem Zeugen erzählt, als auch bereits in einer Zeitschrift abgedruckt wurde. Aber es handelt sich um eine stark gekürzte Stelle. Gerade das Wesentliche Element, nämlich die Warnung vor dem, was draußen passiert, fehlt komplett. 

Hier findet man einen weiteren Text zum Vergleich. In diiesem Fall ist es nur die Erinnerung eines Zeitzeugen. Deshalb ist der Urtext gekürzt. Die Veröffentlichungen in Zeitungen sind jedoch ausführlicher.

"Reinhard Loy glaubt fest, dass sich die Prophezeiungen Irlmaiers erfüllen, und er hat sich vorbereitet. Wenn es so weit ist, werde er die Fenster seines Hauses mit schwarzem Papier bekleben und abdichten. Denn nach dem Chaos folgt der Prophezeiung nach eine dreitägige Finsternis. In dieser Zeit solle man nicht fliehen, sondern warten, bis der "Saustall" vorbei ist." http://www.sueddeutsche.de/bayern/freilassing-der-mann-der-im-zweiten-weltkrieg-bombeneinschlaege-vorhersah-1.3260905-2

Wenn ich richtig verstanden habe, sind die Voraussagen im angeblichen "Kurier" Artikel neu, also bisher unbekannt. Deshalb erregen sie ja auch Aufsehen. Warum sollte man zwischen die neuen, auch alte Voraussagen gestreut haben? Das machte Irlmaier zwar immer wieder, weil er sich berichtigte, aber er riss sie nie aus dem Zusammenhang. Im Fall dieses Textes besteht jedoch keinerlei Zusammenhang mit den verschiedenen Ereignissen.

Der Text enthält zahlreiche Rechtschreibfehler, wie schon der Autor schreibt. Unter anderem wird sogar der Name falsch geschrieben. Auf der abgetippten Version steht Irlmayr statt Irlmaier. Die Handschrift enthält auch noch einen zusätzlichen Fehler, denn dort steht "Irrlmayr". Der Autor erwähnt, er habe in einem, um 1980 publizierten Buch die Version "Irlmayer" gefunden. Daraus schließe ich, dass ihm nicht aufgefallen ist, dass die Handschrift ebenfalls eine "ganz neue" Version darstellt. 

Schon die Überschrift enthält den nächsten Fehler. Statt Prophezeiungen steht dort: Prophezeihungen. Worauf Berndt auch hinweist. Das ist jedoch ein häufiger Fehler, den man leicht im Internet auf vielen Seiten findet. Zum Beispiel gibt es ein Freigeist-Forum das einen Artikel enthält, mit dem Titel: Die verschwiegene Prophezeihung der sechsten Rasse. Anscheinend geht es dort um Verschwörungtheorien. Was ganz gut passt. Im Impressum wird jemand aus dem Iran genannt. Interessant. Der Autor behauptet, mit Leo De Gard, Bernhard Bouvier und Stephan Bernd in einem Forum diskutiert zu haben, etwa um 2000 herum. Er weist auch auf den 11. September hin. "Als ich den 11. September erlebte war mir klar. Jetzt beginnt die letzte Phase der Prophezeihungen.", schreibt er. Auf seiner Seite weht die schweizer Fahne. Sicher alles bloß Zufälle.

Die Handschrift enthält dazu auch noch folgende Fehler: schiessen, schliesst, schliessen. Diese Worte schrieb man in Österreich nie mit "ss", sondern immer mit "ß". Vermutlich ist es jemand aus der Schweiz, oder aus Liechtenstein. Dort schreibt man tatsächlich "schiessen". https://de.wiktionary.org/wiki/schie%C3%9Fen
Aber: In der Schweiz schreibt man es so, weil es dort gar kein ß gibt. Also schreibt man auch schliessen. Ab den 30er Jahren wurde es zurückgedrängt. Seit den 70er Jahren wird es überhaupt nicht mehr geschrieben. Der Autor dürfte also mit Sicherheit Schweizer sein und zumindest nach 1930 in die Schule gegangen sein - eher sogar viel später.

In dem Text kommt das Wort: "Heereszüge" vor. Es ist eher unglaubwürdig dass Irlmaier, der sonst eher in die Mundart verfiel, sich so ausdrückte. Bisher habe ich eine solche Version nicht gefunden.

Was mir allerdings mehr als diese Fehler zu denken gab - denn die könnte ja die Person verbrochen haben, welche den Text abschrieb - ist die Formulierung: W. Deutschland.

W. Deutschland, oder Westdeutschland (beide Versionen kommen vor) gab es 1945 noch nicht. "In den drei Westzonen wurde im Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet. In der Sowjetischen Zone (im Westen zunächst Mitteldeutschland genannt) entstand im Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR)." http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland#Alliierte_Besatzung_.281945.E2.80.931949.29

Es gab damals also nur Besatzungszonen. Hätte Irlmaier gewusst, dass es ein Westdeutschland geben werde, hätte er das nicht einfach so hingeschrieben, sondern vermutlich erklärt, weil andere davon ja nichts wissen konnten. Oder er hätte es umschrieben. Diese Version kommt in den anderen Veröffentlichungen  übrigens nicht vor. Das ist eine offensichtliche Hinzufügung - eine Fälschung.

"In Westdeutschland treffen drei Heereszüge aufeinander."
Der Boden in W.Deutschland wird durch eine Kraft 10 Meter tief verbrannt.

Der Text endet mitten in einem Satz und dann steht dort zu lesen: "dann konfisziert".

Nun wird ein Text aber nicht "konfisziert", sondern zensuriert.

Auf "Schauungen.de" gibt es auch noch einen Zusatz:

Von dem Bekannten eines Freundes von Bernhard Bouvier wurde die zensierte Textstelle überliefert. Sie lautet
sinngemäß:
"Gehet gerade den Weg, wenn Amerika alles übernehmen will. [...] Die Vier (Siegermächte) kommen nicht überein. Die USA werden ab 1920 innerhalb von 95 Jahren untergehen im Mahlstrom der Zeit. Es wird krachen.

Bisher existieren die USA noch, obwohl sie laut angeblichem Irlmaier Text schon Geschichte sein sollten. Auch hier stellt sich die Frage, ob diese Stelle überhaupt von Irlmaier ist. Ich bin sicher, es handelt sich um eine Fälschung. Irlmaier hat fast nie genaue Daten genannt. Es wurde der Text auch nur "überliefert". Vom Bekannten eines Freundes von Berndhard Bouvier. Sehr "glaubwürdig" diese angebliche Quelle. Ein Bouvier war übrigens Schweizer. Er starb 1941 in Genf. Was hatte ein schweizer Professor mit Irlmaier zu tun? Der Autor Bouvier, der über Prophezeiungen schreibt, wird es ja wohl nicht gewesen sein. Da wäre er vermutich nicht mehr am Leben. Mit bürgerlichem Namen heißt er angeblich Friedrich Doepner. Er war Offizier der Bundeswehr, wird behauptet. Ich habe keinerlei persönliche Informationen über ihn im Internet gefunden. Zumindest nichts was auf ihn passen könnte.

Auf dem handgeschriebenen Zettel steht, Irlmayer statt Irlmaier und Itzling. Er hat nie in Itzling gewohnt. Deshalb kann die Handschrift auch nicht von ihm stammen, also auch nicht als Vorlage für einen Artikel gedient haben.

Bis 1939 war Itzling komplett in Salzburg eingemeindet. Itzling hat zur Zeit des Artikels gar nicht mehr existiert. Es hätte Salzburg heißen müssen. Wer dort 1945 wohnte, der hätte das wissen müssen. Ein doppelter Fehler also.

Es gab tatsächlich eine Zeitung die "der Kurier" hieß und in Berlin erschien. http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kurier Das Seltsame daran ist, dass diese Zeitung erstmals am Montag dem 12. November 1945 erschien. Schon ein großer Zufall, dass es ausgerechnet auch ein 12. ist, wenn auch einen Monat früher, an dem angeblich der Artikel in einer Zeitung namens Kurier erschienen sein soll. Vielleicht eine Verwechslung des Fälschers. Wahrscheinlich wollte er unterstellen, der Artikel sei gleich im ersten Heft erschienen. Das würde ihn ganz besonders wichtig erscheinen lassen. 


Tatsächlich wurde in dieser Zeitung am 10.7.1949 in der Sonntagsbeilage Nr. 158, ein Artikel von Alexander Centgraf einen Artikel mit dem Titel: Nostradamus und Berlin veröffentlicht.

General information
In the Sunday supplement of Der Kurier (Berlin), a page-size article on Nostradamus was published on July 10, 1949, written by the German historian/philologist dr. phil. Alexander Max Centgraf (1893-1970). This article was divided in two parts: Nostradamus und Berlin and - und andere Weissagungen. In Nostradamus und Berlin, Centgraf discussed a number of quatrains which according to him dealt with the history of Germany and Berlin. In - und andere Weissagungen, he discussed a number of predictions in Century 09. http://www.nostradamusresearch.org/en/ww2/centgraf-1949.htm

 
Centgraf hatte während des Kriegs Nostradamus so übersetzt, dass es den Nazis passte, was er schrieb. Die Zeitung "der Kurier" wurde von Leuten betrieben, von denen einige auch für die Nazis geschrieben hatten. Offenbar passte das Thema irgendwie ins Konzept, was ja wohl nicht bei jeder Zeitung der Fall ist, oder es handelte sich um Freundschaft aus früherer Zeit. Welche seriöse Zeitung druckt einfach so, angebliche Prophezeiungen ab, oder schreibt sonstwie darüber?

Im Jahr 2002, dem Jahr in dem diese angebliche Abschrift auftauchte, wird es google und wikipedia in der Form noch nicht gegeben haben. Wer also den Anschein erwecken wollte, es habe diesen Artikel tatsächlich gegeben, konnte annehmen, dass zwar die Zeitung jemandem bekannt ist, aber nicht unbedingt das Datum der ersten Nummer. Erst 1966 wurde diese Zeitung eingestellt, es kann deshalb sehr gut sein, dass jemand sie kannte, etwa die ominöse Dame, die diese Abschrift angeblich von jemandem vor Jahren bekommen hatte. Wann das war, weiß sie nicht mehr, behauptet sie. Es ist durchaus möglich, dass es jemanden gab, der sich an den Artikel von Centgraf=Centurio erinnern konnte und deshalb auf die Idee verfiel, diese bereits eingestellte Zeitung als Ursprung der Vorhersage des Irlmaier anzugeben.


Allerdings wäre in diesem Fall der Angriff auf das World Trade Center eine Voraussage. Dann hätte der Fälscher diese Voraussage gemacht und nicht Irlmaier. In diesem Fall müsste man sich dann auch fragen, ob die Behauptung, der Autor der Webseite habe schon 2002 die Voraussage in Händen gehabt, der Wahrheit entspricht. Bisher habe ich dafür keinerlei Beweise im Internet gefunden, bis auf einen angeblichen Chat. Was aber auch kein echter Beweis ist. Leider funktioniert zufällig der Link dorthin nicht. Offenbar hat er den Text damals nicht veröffentlicht, denn sonst bedürfte es keines Hinweises auf eine Internet-Diskussion.

Wem und warum hat die Dame den Text überhaupt weiter gegeben - nach so langer Zeit? Wer hat diesen, mit der Hand geschriebenen Text, im Internet gepostet und warum hat nur eine einzige Person ihn kopiert? Da niemand mit Sicherheit sagen kann wer ihn wann geschrieben hat, darf man ihn eigentlich gar nicht veröffentlichen. Der Autor könnte sein Urheberrecht geltend machen. Auch wenn es eine Fälschung ist, hat der Autor die Rechte daran. 

Stephan Berndt meint, der Text sei vielleicht gar nicht im "Kurier" - der Wiener Tageszeitung - erschienen, sondern hätte dort nur erscheinen sollen. Damit erklärt er, warum an diesem Tag der Artikel nicht erschienen ist. Der erste Kurier erschien am
Montag, dem 27. August 1945. Gegründet wurde er von der US Besatzungsmacht. Berndt behauptet auch, jemand habe im Kurier-Archiv nachgesehen, den Artikel aber eben nicht gefunden. Wie er/sie das gemacht hat, weiß ich nicht, denn für Normalsterbliche ist der KURIER nur bis 1992 online einsehbar. Die Nationalbibliothek, die theoretisch alle Zeitungen komplett haben müsste, reicht zurück bis 1954, sowohl in Papierform, als auch als Mikrofilm. http://search.obvsg.at/primo_library/libweb/static_htmls/ONB/zeitung.htm
Wahrscheinlich wird es nichts anderes mehr geben. Die Kronen Zeitung reicht beispielsweise bis zum Jahr 1900 zurück.

Zuständig für "der Kurier" waren hingegen die Franzosen. Ich bin ziemlich sicher, dass diese Zeitung gemeint war, denn das Datum spricht schon sehr dafür. Warum sollten die Franzosen aber einen solchen Text zensuriert haben? Eher hätten sie ihn gar nicht erst gebracht, schon gar nicht in der ersten Ausgabe, noch dazu so kurz nach Kriegsende. Wie hätte das Manuskript überhaupt nach Berlin gelangen sollen? Er lebte in Freilassing. Berndt behauptet zwar, Irlmaier habe gute Beziehungen zur US Besatzungsmacht unterhalten, es seien sogar Amerikaner bei ihm vorgefahren um sich von ihm die Zukunft erklären zu lassen, aber das ist nicht wahrscheinlich. Er konnte sicher kein Englisch und sie werden wohl kaum etwas von ihm gelesen haben. So berühmt war er auch wieder nicht.

Was man anderswo finden kann:


Aber dort, wo das Hauptquartier ist, schmeißen sie das schwarze Kastl runter, da ist alles hin. Im Verlauf eines Gespräches beschrieb Irlmaier die 'schwarzen Kastl' und deutete die Größe etwa mit 25x25 cm an. 'Das sind felsbrocken' meinte er. 'Wenn sie explodieren, dann entsteht ein gelber und grüner Staub oder Rauch, was drunter kommt, ist dahin, ob es Mensch, Tier oder Pflanze ist. Die Menschen werden ganz schwarz und das Fleisch fällt ihnen von den Knochen, so scharf ist das Gift.'" Dann werden sie alle umgebracht, heim kommt keiner mehr von den drei Heerzügen "Als ich sagte, 'O mei, Irlmaier, da ist gefehlt, wenn die Rotjankerl kommen, die schneiden uns alle die Gurgel ab.', da meinte er beruhigend: 'Da brauchst gar keine Angst haben, "Und dann fuhr er fort: 'Die große Stadt mit dem hohen eisernen Turm steht im Feuer. Aber das haben die eigenen Leute angezündet, nicht die, die vom Osten hermarschiert sind. Und die Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht, das sehe ich ganz genau. 
http://www.dominicana.de/Irlmaier-www-schauungen-de.pdf 

Im neuen Text heißt es hingegen:

England wird für alles bestraft. Ich sehe ein großes schwarzes Kastl, da sitzt niemand drinnen, dann Feuer, dann Rauch und es war England. [ so komplett unverständlich - wird erst in späteren Äußerungen Irlmaiers plausibel - "früher Irlmaier"]

Jetzt ist es plötzlich ein großes, schwarzes Kastl. Absolut unwahrscheinlich, dass er sich bei soetwas irren könnte.

Es zeigt sich allerdings, dass es bei jeder neuen Auflage auch eine neue Version gibt. Einige Teile bleiben gleich, andere ändern sich. Immer geht es dabei jedoch um den 3. Weltkrieg und immer wird ausführlich erzählt. Nur nicht in dem neu aufgetauchten Artikel.

War in den ersten Veröffentlichungen die Rede vom nächsten Weltkrieg, also dem dritten, der im Jahre 1950 beginnt, so gibt Irlmaier nun zu, dass er sich geirrt hat. Dann folgt ein Hinweis auf das Ende des Koreakriegs. Am 27.Juli 1953 endete der Koreakrieg. Da soll er beginnen, aber auch da gibt es keinen neuen Weltkrieg.

Alles in allem deutet so ziemlich alles auf eine Fälschung hin. Der 11.September war offenbar das Motiv für das Verfassen einer solchen.