Sonntag, 27. August 2017

Zufall ist eben etwas anderes als Synchronizität

Wie ich bereits schrieb, passiert Synchronizität seltener als reiner Zufall. Man nimmt sie auch nicht immer deutlich wahr, weil es sich dabei meistens um banale Ereignisse handelt und nicht um ungewöhnliche. Zudem hat man meistens nichts zum Schreiben dabei - und vergisst daher. Zufälle sind hingegen eher ungewönlicher Natur, also auffällig. Deshalb bemerken wir sie nicht nur deutlicher, sie prägen sich auch stärker ein. Zufälle können auch über einen größeren Zeitraum passieren. Einen solchen habe ich eben erst erlebt.

Am 18.7.2017, also vor einem Monat, fuhr ich mit einer Freundin zum Rathausplatz in Wien. Eigentlich wollte ich gar nicht fahren, weil Gewitter angesagt worden waren. Sie drängte mich jedoch und so gab ich schließlich nach. Es war unser zweiter Besuch am Rathausplatz. Wir wollten uns einen Film ansehen, den man dort kostenlos ansehen kann. Beim ersten Mal sahen wir uns den Film gar nicht an, sondern gingen spazieren. Damals passierte ein anderer Zufall, über den ich hier auch geschrieben habe. https://psionik.blogspot.co.at/2017/07/mein-experiment-verlauft-leider-ganz.html

Diesmal schlenderten wir durch die Fressmeile. Die Freundin wollte weder spazieren gehen, noch den Film ansehen. Sie wollte bald wieder gehen. Ich brachte sie dann doch dazu wenigstens kurz zuzusehen - und plötzlich war sie in ihrem Element. Jetzt war sie gar nicht mehr weg zubekommen. Man zeigte ein Ballett. Sie war Feuer und Flamme. Weil es blitzte, drängte ich zum Aufbruch, sie aber wollte nicht gehen. Schließlich überredete ich sie dazu, wenigstens zu schauen was da eigentlich lief. Wir wussten es nicht. Eine Aufsichtsperson gab und ein Programm. Es wurde Giselle gespielt. Aha. Das sagte mir nicht viel. Eine fremde Frau fragte uns dann noch, welches Ballett das denn sei. "Giselle", meinte ich. Aha. Nicht jeder kennt es.

Das war der eine Teil des Zufalls.

Heute, am 26.8.2017 lief auf RTL2 um 20.15 der Film "Voll verflittert". http://www.tvtoday.de/entertainment/kino/voll-verflittert_5662023.html
Den Film habe ich weder ausgesucht, noch kannte ich ihn. Es war also reiner Zufall, dass ich ihn mir ansah. Ich sah nur mit jemandem gemeinsam zu. Den Anfang verpasste ich, doch ich kam gerade noch zurecht, als der Hauptdarsteller gezwungen wurde, eine ihm unbekannte Frau zu heiraten. Es war eine Staatsbürgerschafts-Ehe. Dazu musste er lernen, was sie gerne tat und wo er sie kennen gelernt habe: Bei einer Ballettaufführung von Giselle!

Nun liegt zwar ein relativ großer Zeitraum zwischen den beiden Ereignissen. Da es sich jedoch um einen ungewöhnlichen Zufall handelt, nehme ich ihn in meine Zufallssammlung auf.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals zuvor etwas von diesem Ballett gehört, geschweige denn gesehen zu haben. Ganz sicher nicht in letzter Zeit und ganz sicher nicht bewusst, wenn überhaupt. Ballett ist nichts für mich, hat mich noch nie interessiert und außer Schwanensee kenne ich fast keines. Mir hat es nicht gefallen, meine Feundin war begeistert. Mit Mühe brachte ich sie dazu, endlich zu gehen, denn es begann schon zu regnen. Gerade als wir im Auto saßen, brach ein ungeheures Gewitter los.