Freitag, 9. Juni 2017

Weiße Frauen


Es gab eine Zeit da waren "weiße Frauen" modern. Sie erschienen den Lebenden an verschiedenen Orten. Eine von ihnen war Julianna Korponay-Géczy.
Sie war eine ungarische Adelige, die angeblich den Feinden Zugang zur belagerten Stadt Levoča gewährte. Natürlich aus Liebe - warum sonst sollte eine Frau zur Verräterin werden? Und es wundert auch nicht, dass dies "zufällig" an einem 13. geschah: am 13. Februar 1710. Angeblich wurde sie trotzdem später, am 25. September 1714, auf kaiserlichen Befehl in Györ enthauptet. Nach einer dreijährigen Gefangenschaft und Folter.

Angeblich spukt sie seither - bis heute. Man kann sie auf der Stadtmauer sehen, oder  im Rathaus.

Tatsächlich fand man in einer Kirche in Ožďany bei Rimavská Sobota, ihrem Heimatort, die Reste einer geköpften Frau.

In Wahrheit dürfte die Geschichte anders abgelaufen sein - abgesehen von der Hinrichtung.

Das Tor wurde nach Verhandlungen geöffnet und nicht von ihr, sondern vom Stadtrichter.

Sie war eine sehr junge, liebevolle Frau und - sie war unschuldig. Das Urteil ein Skandal.

http://issuu.com/npz-pdf/docs/npz_07-8_2013__web/48

Zum berühmten Gespenst wurde sie erst durch einen Roman.

  • Jókai, Mór: Die weiße Frau von Löcse, Roman, Gustav Kiepenheuer Verlag

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