Montag, 29. Mai 2017

C. G. Jung und der Zufall - schaffen wir den Zufall selbst?


C. G. Jung beschäftigte sich mit der "Synchronizität der Ereignisse", wie er es nannte.
"Als Synchronizität bezeichnet Carl Gustav Jung relativ zeitnah aufeinander folgende Ereignisse, die nicht über eine Kausalbeziehung verknüpft sind, vom Beobachter jedoch als sinnhaft verbunden erlebt werden. Synchronismus dagegen bezeichnet die Ordnung von Ereignissen nach der Zeit. Im engeren Sinn handelt es sich bei der Synchronizität um ein inneres Ereignis (eine lebhafte, aufrührende Idee, ein Traum, eine Vision oder Emotion) und ein zeitlich darauf folgendes äußeres, physisches Ereignis, das wie eine (körperlich) manifestierte Spiegelung als Antwort auf den inneren (seelischen) Zustand wirkt. Um das Doppelereignis tatsächlich als Synchronizität definieren zu können, ist es unerlässlich, dass das innere chronologisch vor dem äußeren Ereignis geschehen ist, da im umgekehrten Fall angenommen werden kann, dass das innere Phänomen auf das äußerlich wahrgenommene Vortagsereignis reagiert (womit wieder eine quasi kausale Erklärung möglich wäre).
Jung bezeichnet mit dem von ihm eingeführten Begriff sowohl das Phänomen als auch das hypothetisch dahinterstehende Prinzip. Er verwendet den Begriff "synchronistisches Prinzip" öffentlich erstmals in seinem Nachruf für Richard Wilhelm, in: Neue Zürcher Zeitung CLI/1 am 6. März 1930 [Quelle: C.G. Jung, Ges. Werke, Bd. 15, p. 63 u. p. 66]: "Die Wissenschaft des I Ging beruht nämlich nicht auf dem Kausalprinzip, sondern auf einem bisher nicht benannten -- weil bei uns nicht vorkommenden -- Prinzip, das ich versuchsweise als synchronistisches Prinzip bezeichnet habe."
Jung grenzt die Synchronizität (für ihn ungewöhnlich methodisch) streng von der Serialität ab, wie sie vor allem Paul Kammerer in seinem Buch „Das Gesetz der Serie (1919)“ untersucht hat. Sie betrachtet er als kuriose – bloß amüsante – Koinzidenzen, der das schöpferisch verwandelnde Potenzial der Synchronizität fehlt. Dieses Potenzial stammt nach Jung aus der Aktivierung eines Archetyps, die sich in der individuellen Psyche für eine gewisse Zeit fokussiert, um dort Ausgestaltung zu finden. Diesen Vorgang bezeichnet Jung als Individuationsprozess."
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Synchronizit%C3%A4t&oldid=32501222
Jung führt ein Beispiel für Synchronizität an.
""Eine junge Patientin hatte in einem entscheidenden Moment ihrer Behandlung einen Traum, in welchem sie einen goldenen Skarabäus zum Geschenk erhielt. Ich saß, während sie mir den Traum erzählte, mit dem Rücken gegen das geschlossene Fenster. Plötzlich hörte ich hinter mir ein Geräusch, wie wenn etwas leise an das Fenster klopfte. Ich drehte mich um und sah, dass ein fliegendes Insekt von außen gegen das Fenster stieß. Ich öffnete das Fenster und fing das Tier im Fluge. Es war die nächste Analogie zu einem goldenen Skarabäus, welche unsere Breiten aufzubringen vermochten, nämlich ein Scarabaeide (Blatthornkäfer), Cetonia aurata, der gemeine Rosenkäfer, der sich offenbar veranlasst gefühlt hatte, entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten in ein dunkles Zimmer gerade in diesem Moment einzudringen." (Gesammelte Werke, Bd. 8, S. 497.)"
Man unterscheidet zwischen einem intelligenten und einem blinden Zufall. Aber ist das wirklich unterscheidbar? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man umso mehr Zufälle erlebt, je mehr man darauf achtet. Beinahe so, als würde man durch seine eigene Aufmerksamkeit den Zufall erst erschaffen, um sich danach über ihn zu wundern. Einige Zeit über sammelte ich unzählige Zufälle und je mahr ich sammelte, umso häufiger traten sie auf. Als ich meine Aufmerksamkeit wieder anderen Dingen zuwandte, passierten sie auch wieder  seltener.




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