Sonntag, 30. April 2017

Trutz Hardo und seine Theorie zur Wiedergeburt


Trutz Hardo hat mit seinem Roman viele Menschen gegen sich aufgebracht. Reinkarnationstheorien können dann zur Gefahr und zum Problem werden, wenn jemand behauptet er wisse genau wie es sich mit der Wiedergeburt verhält. Leider wissen wir das nicht, leider handelt es sich dabei nur um Theorien. Dass es Wiedergeburt gibt halte ich für bewiesen, dass es sich dabei um ein Lohn/Strafesystem handelt ist jedoch reine Spekulation. Ich habe eine andere Theorie. Trutz Hardo meint es genau zu wissen und hat sich mit seinen Behauptungen in die Nesseln gesetzt.

Auch das Judentum kennt den Glauben an Wiedergeburt und gerade Juden verbreiten den Glauben an das Lohn/Strafesystem. Ihre Motive, bzw. Gründe sind jedoch andere als die des Herrn Hardo.

Während die religiösen Juden welche an Wiedergeburt glauben, das Volk Israel insofern als "auserwähltes Volk" sehen, als diese Auserwähltheit in der heutigen Zeit (das war nicht immer so) eigentlich eine Bürde darstellt, kommt Hardo vom modernen Therapeutentum her. Die Chassidim glauben das Volk als Ganzes habe mit dem Gott Jahwe, etwas ähnliches wie einen Vertrag. Dieser Vertrag stammt aus einer Zeit, als man noch an viele Götter glaubte, denn sonst hätte die Aufforderung: „Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.", wenig Sinn. Sonst müsste es ja heißen: Ich bin der einzige Gott der existiert. Das steht aber nicht dort, sondern im Gegenteil: "Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld."

http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote 

Damit ist nicht gemeint, dass dieser Gott Jahwe die Nichtjuden bedroht, weil sie nicht an ihn glauben, sondern es sind nur die Juden gemeint und zwar diejenigen unter ihnen, die nicht an ihn glauben und nicht tun was er verlangt, weil für alle anderen Menschen diese Gesetze gar nicht gelten. Für die anderen Menschen hat er ja nichts getan - im Gegenteil. Abgesehen von den Juden braucht also niemand dankbar sein. Diese Religion war nur für Juden bestimmt, nicht für Nichtjunden. Wer darüber hinaus sich davon betroffen fühlt, zeigt nur, dass er nicht verstanden hat was da steht.

Die Israeliten haben also nicht nur an einen Gott geglaubt, sondern sich für einen entschieden und dieser Gott hat nur die Juden gemeint und nicht die Nichtjuden. Das haben spätere Generationen wohl nicht mehr so verstanden und deshalb wurde aus dem einen Gott, für den sie sich entschieden haben, der einzig existierende Gott.

Der ursprüngliche Gedanke war daher etwas wie eine Partnerschaft. Dieser eine Gott hat sich ein Volk auserwählt (nach dem Glauben der Israeliten), diesem geholfen und es zur Dankbarkeit verpflichtet. Wenn man mit diesem Glauben aufwächst, wird man sich auch als Teil des Volkes immer schuldig fühlen müssen, weil es ganz unmöglich ist, dass jede einzelne Person sich an die religiösen Gesetze und Vorstellungen hält. Das führt zu kollektiven Schuldgefühlen und dem Glauben, alles Böse was einem widerfährt, sei wahrscheinlich irgendwie berechtigt. Ähnliches gibt es auch im Christentum. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn fromme Juden die an Wiedergeburt glauben sich einbilden, sie hätten vielleicht zurecht in einem früheren Leben leiden müssen. Eine Erinnerung in Hypnose muss nicht notwendigerweise auch eine reale sein. Im Gegenteil entstehen dabei oft Pseudoeerinnerungen, die auch die Gefühlswelt des Betroffenen widerspiegeln.

Trutz Hardo hingegen könnte sich auch "kollektiv schuldig" fühlen und deshalb von der anderen Seite der Logik her Fantasien während einer Rückführung produzieren, die mit der Realität nichts zu tun haben. Weil er glaubt, dass prinzipiell jede Inkarnation sozusagen eine Abrechnung mit dem Vorleben sein muss. Manche Menschen bescheinigen ihm ,er sei nicht antisemitisch. Gerade wenn er nicht antisemitisch ist, könnte er sich "kollektiv" (stellvertretend für seine Verwandtschaft) schuldig an der Shoa fühlen und das in Form einer Pseudoerinnerung äußern. Es könnte auch eine reale Erinnerung sein, doch das müsste man beweisen und das versucht er gar nicht.

Nach eigenen Angaben wurde Hockemeyer 1939 in Eisenach geboren. An den Universitäten Berlin und München studierte er Germanistik und Geschichte. In Berlin schlug er sich in der Folge als Kellner oder Taxifahrer durch und begann Romane zu schreiben. Er gründete 1982 mit Manfred Huber einen eigenen esoterischen Verlag namens Die Silberschnur. Ab Anfang der 1980er Jahre interessierte er sich für Reinkarnationstherapien und machte sich schließlich einen Namen als "Gruppenrückführer" bei therapeutischen Gruppensitzungen. 

http://psiram.com/ge/index.php/Trutz_Hardo

Trutz Hardo machte selbst eine Rückführung und scheint das Ergebnis  ohne weitere Überprüfung für bare Münze genommen zu haben.

"Wie ich in einer Rückführung erlebt habe, bin ich als jüdischer Schuster und Thoralehrer um 1660 herum in der heutigen Ukraine in einem von den Kosaken verursachten Pogrom mit meinem Sohn in der Scheune verbrannt worden. Und ich habe auch gesehen, dass ich in einem Leben davor einem reichen Juden aus Habsucht das Messer in den Bauch gestoßen hatte.* Wir alle Menschen hatten wohl in früheren Leben Lieblosigkeiten und Gemeinheiten begangenen. Alles findet seinen Ausgleich. Sie, lieber Frau Ditfurth, können nun ersehen, warum mein Herz für die Verfolgten dieser Welt schlägt. *(Und bitte posaunen Sie jetzt nicht in alle Welt: Der reinkarnierte Trutz Hardo war schon im früheren Leben ein Judenmörder! Sie machen sich sonst lächerlich.)"

abstemplung/juttaditfurth.htmhttp://www.trutzhardo.de/antisemiten

In einem Video erzählt er von einer Reise nach Nigeria: Ein Medizinmann behauptete, sich an sein früheres Leben zu erinnern. Er sei der Vater seiner derzeitigen Mutter und seiner derzeitigen Geschwister gewesen. Als Hardo fragte, ob es noch andere geben würde die sich an frühere Leben erinnern, sagte der Medizinmann: "Ja, viele!" In Afrika würden schwangere Frauen den Heiler fragen, wer das Kind in ihrem Bauch sei, meinte Hardo. Das habe ihn enorm beeindruckt und dazu gebracht, sich mit Reinkarnationstherapie zu beschäftigen.

Wie geht Trutz Hardo vor?

Er erzeugt eine leichte Trance beim Patienten - und in diesem Fall muss man von Patienten sprechen - führt die Person dann (angeblich) zurück, dorthin wo das Problem liegt. Der Patient (seine innere Wahrnehmung) gelangt in ein "Wolkenbett", das höhere Selbst (kann auch in Gestalt eines Engels sichtbar sein) erscheint dort. Er spricht von einer "Zentralsonne", an der aufgereiht Perlen hängen, wobei jede Perle eine Person = eine Inkarnation enthält. Das "höhere Selbst" kann alle Leben simultan mitbekommen, meint er und suggeriert er vermutlich auch und deshalb bittet der Patient das höhere Selbst: "bitte führe mich zur Ursache für die Krankheit, etwa eine Migräne. Dieses nimmt einen an der Hand, man sieht ein goldenes Wolkenfeld. Man bittet um Lösung seiner Probleme und das höhere Selbst führt dann zur Ursache für eine Krankheit. Man geht hinein durch "das Wolkentor"  - der Klient erlebt nun alles - im Falle der Migräne eine Kopfverletzung in einem früheren Leben. Zum Schluß erklärt das  höhere Selbst alles und man versteht die ursache, die sich auf das heutige Leben auswirkt.

Es gibt natürlich davor ein Vorgespräch, in dessen Verlauf er erklärt, ein "elektromagnetisches Feld", welches alles was durch starke Emotion erlebt wurde, speichert, die frühere Verletzung müsse nun sozusagen in diesem Feld  "gelöscht" werden.

Zum besseren Verständnis  erzählt er über einen seiner Fälle, auf einem weiteren Video zu sehen und zu hören. Die Klientin erinnert sich an folgende Leben.

Suzanne Brison habe sie geheißen und in Rouen im Jahre 1347 als 23jährige Frau gelebt. Sie habe 2 uneheliche Kinder gehabt und vom Kräuterverkauf gelebt. Das habe sie verdächig gemacht und man hielt sie für eine Hexe. Deshalb habe sie sich im Wald versteckt. Ihr Liebhaber und Vater ihrer Kinder lebte anscheinend mit ihr. Ein andere Mann bedrängte sie und sie wies ihn zurück. Als nun eine Maul und Klauenseuche ausbrach, sagten die Leute sie habe die Kühe verhext. Daraufhin wurde sie verbrannt, aber sie erstickte im Qualm. Dieses Trauma habe das Asthma ausgelöst.

Die Geschichte geht aber noch weiter, denn sie wurde ins Jahr 567 zurückgeführt und sie erlebte sich als Irtuk, der ein germanischer Krieger war. Er metzelte gemeinsam mit seinen Gefährten Leute nieder. Sie verbrannten Häuser, vergewaltigten, usw., was wilde Kerle halt so tun. Diese Inkarnation war die Ursache für den Tod am Scheiterhaufen, also die Strafe für frühere Vergehen.

Um dieses Karma zu unterbrechen erhält sie (in der Vorstellung natürlich) einen "Kelch der Liebe" der die Schuldauflösung symbolisiert. Sie gibt den Opfern diesen Kelch und "vergibt sich selbst",  vergibt dann dem Anzeiger der sie auf den Scheiterhaufen brachte, weil er ja nur für karmischen Ausgleich sorgte, vergibt dem Henker und allen die eben schuld an ihrem bösen Schicksal waren.

Hardo erklärt dann noch etwas von "Fremdenergien", "Besetzern", die es auch geben könnte und sagt etwas von einem "Clearing", welches man vorher auch noch machen sollte, weil alles doch ganz anders sein könnte. 

Angeblich werden 50% der Krankheitsfälle nach nur einer Sitzung aufgelöst.

Alternativ dazu könne man sich auch in seine früheren "schöne Leben" zurückversetzen lassen. Würde das funktionieren, könne man damit rechnen dass man auch in die "bösen Leben" einsteigen könne.

http://www.youtube.com/watch?v=uWl0HL5nsUI&list=PL82CD50EBF9595FBC&index=2

http://www.youtube.com/watch?v=XIE3-aw4oak&list=PL82CD50EBF9595FBC

http://www.youtube.com/watch?v=XIh9LMKeAK8&list=PL82CD50EBF9595FBC

Hardo behauptet, man könne ALLES mit dieser Methode heilen.

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