Freitag, 17. Februar 2017

Sollte das turiner Grabtuch echt sein, wäre das ein Beweis für den Tod von Jesus


Die Christen jubeln: Das Turiner Grabtuch ist echt! Doch gerade wenn es echt sein sollte, spricht alles gegen eine Auferstehung - meint zumindest ein Wissenschaftler.
http://kurier.at/politik/weltchronik/turiner-grabtuch-auferstehung-optische-taeuschung/3.283.836

Der Kunsthistoriker Thomas de Wesselow hat eine interessante Theorie. Er hält die Idee, Jesus sei von den Toten auferstanden, für eine optische Täuschung. Bei seiner Theorie bezieht er sich auf Ray Rogers, einen Chemiker aus Los Alamos.

"Er hat nachgewiesen, dass es sich um eine nichtrepräsentative Stichprobe handelte. Und er hat die, wie ich meine, beste Hypothese für das einmalige Bild auf dem Grabtuch aufgestellt: Er erklärt es als natürliche Verfärbungen aufgrund einer so genannten Maillard-Reaktion.

"Eine Maillard-Reaktion?
Ja, das ist eine Reaktion zwischen Kohlehydraten auf der Oberfläche des Tuches und Aminen (Abkömmlinge von Ammoniak) des verwesenden Körpers."

Wenn der verwesende Körper die Abdrücke produziert hat, ist das ein Beweis  für den Tod und nicht für die Auferstehung. De Wesselow meint, man habe das entstandene Bild für einen Geist gehalten.


Allerdings scheint sich der Autor mit der christlichen Lehre nicht so gut auszukennen. Er meint: "Es schaut aus wie ein Geist. Wir haben eine Beschreibung des auferstandenen Christus , geschrieben vom Augenzeugen Paulus."
Paulus war aber kein Augenzeuge.
... "Das war der Nährboden für Visionen des Auferstandenen. Diese Visionen waren offenbar sehr vage. So behauptete die Apostelgeschichte beispielsweise nicht, dass Paulus eine Gestalt sah, nur dass er eine Stimme hörte und ein Licht sah, und seine Begleiter hörten nur eine Stimme (9: 3-8)." https://www.gwup.org/infos/themen/65-religion-glaube/1106-die-auferstehungsberichte
Noch dazu soll sich das viel später zugetragen haben und nicht unmittelbar nach der Kreuzigung. Sofern es diesen Paulus tatsächlich gegeben hat. Die Auferstehungsberichte sind sowieso sehr umstritten, man kann sie nicht unhinterfagt für bare Münze nehmen. Darauf eine Theorie aufbauen ist ziemlich gewagt.

Selbstverständlich gibt es auch noch andere Erklärungsversuche. Der Physiker Fanti hält es für möglich, dass es sich um eine Korona-Entladung handeln könnte. "Das ist ein Phänomen, das in der Natur als Elmsfeuer vorkommt und in den 80er-Jahren in Plasmalampen für Lichteffekte auf Parties genutzt wurde. Bei einer solchen elektrischen Entladung entstehen UV-Strahlung, Wärme und Ozon. Sie erzeugen an einem Gewebe Alterungsspuren, die den verfärbten Partien des Grabtuchs gleichen. Fanti konnte eine entsprechende Abbildung herstellen, indem er eine mit einem Tuch bedeckte Hand auf eine handelsübliche Plasmalampe hielt." https://www.welt.de/kultur/history/article106151671/Professor-vermutet-Starkstrom-im-Grab-Jesu.html  Fraglich bleibt selbstverständlich auch, ob der Tote Jesus war.

(Dianelos Georgoudis - 31 May 2014, 15:54:27 - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turin_shroud_positive_
and_negative_displaying_
original_color_information_708_x_465_pixels_94_KB.jpg


Es gibt auch die Theorie der echten Auferstehung, die eigentlich Umwandlung, oder Auflösung des Körpers heißen sollte: "Bisher hat noch keine einzige Hypothese die Entstehung des Körperbildes mit Erfolg erklären können. Wer weiss, vielleicht bringt eine zukünftige Bildentstehungstheorie auch gleichzeitig eine Lösung für das 2000 Jahre alte Rätsel um das verschlossene und dennoch leere Grab Christi? Die Lieblingstheorie einiger Physiker scheint zumindest in diese Richtung zu verweisen: das Bild entstand durch eine eng um den Körper beschränkte unbekannte Strahlung von extrem kurzer Dauer, die das Tuch im selben Moment in die plötzlich leere Körperzone hinabfallen liess (in diesem Fall ist die senkrechte Richtung der Strahlung eine Folge der Schwerkraft, und die fehlenden Seitenpartien des Körpers auf dem Bild resultieren darin, dass das Tuch sich beim Herabsinken an den Seiten hochbauschte). Die Grabtuchforschung wird so spannend weitergehen, wie sie begonnen hat..." http://ermel-kultbilder.blogspot.co.at/2009/02/leonardo-da-vinci-hersteller-des.html

Der Mann im Tuch wurde vermutlich nicht an einem Querbalken hängend gekreuzigt, sondern in Y Form: "Der italienische Archäologe Matteo Borrini stellt das Bild des leidenden Jesus mit seitlich an einen Querbalken genagelten Armen infrage. Der Forscher, der für seine Studie auch die Blutflecken auf dem Turiner Grabtuch untersuchte, kommt zu dem Schluss, dass der gekreuzigte Jesus in einer Y-Position - also mit schräg erhobenen Händen - gestorben sein muss." http://www.krone.at/wissen/jesus-starb-laut-studie-an-einem-kreuz-in-y-form-neue-forscherthese-story-400395

Während einerseits behauptet wird, as Grabtuch sei vermutlich in Ägypten, oder Syrien hergestellt worden, tippen andere auf Indien: "Stattdessen gebe es aber eine „alternative und zugleich verblüffende“ Erklärungsmöglichkeit für die vorgefundene mtDNA typisch indischer Herkunft, so die Forscher abschließend:
„Nach dieser könnte das Leinen selbst in Indien gewebt worden sein. Diese Möglichkeit wird zudem von der ursprünglichen Bezeichnung des Turiner Grabtuchs als „Sindone“ (Sindia/Sindien) gestützt, wie sie Gewebe bezeichnet, die aus Indien stammten.http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/dna-analyse-des-turiner-grabtuches20151007/ Aber wie wahrscheinlich ist es, dass man in Jerusalem zu Jesus Zeiten indisches Leinen bekam?

Wikipedia beschäftigt sich ausführlich mit dem Tuch. https://de.wikipedia.org/wiki/Turiner_Grabtuch

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen