Hinweis

Auch wenn die meisten Menschen esoterische und paranormale Themen für harmlos halten, möchte ich doch darauf hinweisen, dass sie für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sowie für Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung, schweren psychischen Leiden, oder Bewusstseinsstörungen, nicht geeignet sind. Wer meinen Blog liest, tut dies auf eigene Verantwortung, Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfehle ich vom Lesen einzelner Artikeln dieses Blogs Abstand zu nehmen, obwohl (rein rechtlich gesehen) keine jugendgefährdenden Inhalte auf meiner Seite zu finden sind. Meiner Meinung nach können aber esoterische und paranormale Themen, sowie Verschwörungstheorien bei Kindern und Jugendlichen zu Ängsten führen und in Folge dessen zu irrationalem Verhalten. Die Erziehungsberechtigten sollten in jedem einzelnen Fall darüber entscheiden, ob ihre Kinder die nötige Reife besitzen.

Montag, 20. Februar 2017

Religionen - Zurvanismus - oder - der Atheismus ist keine Erfindung unserer modernen Zeit


Zurvan = die Zeit 

Wir halten uns für besonders klug und meinen etwas erkannt zu haben, was früheren Kulturen unbekannt war. Denn wir setzen voraus, dass alle frühen Kulturen magische, oder religiöse  Vorstellungen hatten. Erst unsere moderne Gesellschaft erlaube uns, eine Welt ohne Gottesbild zu erkennen - bilden wir uns ein. Nur leider ist dies ein sehr großer Irrtum. Schon im 9. Jahrhundert schrieb ein islamischer Theologe über eine (schon damals) sehr alte "Sekte", wie er sie bezeichnete, die den Glauben an einen Gott ablehnte. 

Logik führt uns immer in eine bestimmte Richtung. Das Ergebnis unserer logischen Denkprozesse hängt aber auch immer von der Qualität unserer Informationen ab. Falsche oder zu wenige Informationen, lassen ein richtiges Ergebnis nicht zu. 

Wir Menschen haben leider nicht alle richtigen Informationen und deshalb irren wir in geistiger Hinsicht umher. Was wir aufgrund unserer Überlegungen für Wahrheit halten, variiert in dem Maße, in dem wir unsere Informationen korrigieren. Das logische Denken ist den meisten Menschen angeboren. Doch auch Tiere denken logisch, denn Logik ist eines der Grundprinzipien der Natur. Der Zwang logisch zu denken, macht selbstverständlich auch vor Religionen nicht Halt. Deshalb tauchen sie auf der Bildfläche auf, um nach einiger Zeit wieder von dort zu verschwinden. Obwohl die Herrschenden sich oft krampfhaft darum bemühen, ihren Untergebenen das logische Denken zu verbieten, können sie es niemals auf längere Zeit unterbinden. Unsere Fähigkeit, alles und jedes zu hinterfragen, sorgt für eine ständig in Veränderung befindliche Erkenntnis. Sie hält uns geistig in Bewegung und verhindert Stillstand. Damit folgt sie dem Prinzip der Natur, die Bewegung ist, im Gegensatz zum Tod, der Stillstand bedeutet. 

Wer etwas glaubt - was auch immer das sein mag - freut sich wenn er merkt, dass andere dasselbe glauben wie er selbst. Da fühlt er sich betätigt. Wer anderes glaubt, wird als Gefahr empfunden. Moderne Atheisten freuen sich selbstverständlich, wenn sie erfahren, schon Jahrhunderte vor ihnen hätten Menschen atheistisch gedacht. Allerdings ist diese Tatsache alleine, natürlich keine Bestätigung ihrer eigenen Wahrheit. Sie bleibt nur eine von vielen Möglichkeiten. Niemand verfügt über die absolute Wahrheit. Genauso wie die "Wahrheiten" der Religionen, wird auch die Wahrheit des Atheismus wieder vergehen. Doch diese Möglichkeit durchzudenken, ist in uns genauso angelegt, wie die Möglichkeit, die Existenz höherer Mächte anzunehmen.


 

"Der wichtigste sunnitische Theologe Al-Ghazali unterteilt philosophisch beeinflusste Menschen in drei Gruppen: Theisten, Naturalisten und Dahris und schreibt dann:

Die erste Schule, die Dahris, ist eine der ältesten Sekten. Sie verneinen die Existenz eines Schöpfers und Lenkers, der allwissend und allmächtig ist. Sie denken, dass die Welt immer aus sich selbst existierte, wie sie (nun) ist, und dass Tiere immer und immer wieder nur aus dem Schoß von Tieren kamen. So war es (immer) und so wird es immer bleiben. Diese sind die Zandiks.

Mardan- Farrukh, der Autor des mazdaistischen "Schikand-gumanig-vichar" schrieb darin im 9. Jahrhundert über sie:

Ein anderer Trug (als die reinen Atheisten), sind die Atheisten, die die Nichtexistenz eines heiligen Wesens vertreten, die Dahris genannt werden. Sie geben ihre religiösen Pflichten auf und bemühen sich nicht, gute Taten zu vollbringen. Zu ihren unaufhörlichen Reden des Bösen, dem sie sich in endlosen Diskutierereien verschenken, beachte: Sie glauben, dass die unendliche Zeit die erste Ursache dieser Welt und aller verschiedener Veränderungen und (Re-)Gruppierungen, in die Mitglieder und Organe und Substanzen zusammengefasst (und auch beschrieben) werden, sei; wie auch (die erste Ursache) der verschiedenen Gegensätze, die zwischen dem einen und dem anderen bestehen und sich zwischen diesen und den Vermischungen des einen mit dem anderen (immer wieder) bilden. (Sie glauben auch,) Dass gute Taten nicht belohnt werden, dass keine Strafe auf die Sünde folgt, dass Himmel und Hölle nicht existieren und dass es niemanden gibt, der Gutes und Böses anrechnet (nach anderen Übersetzungen: übernatürlich verursacht). (Sie glauben auch,) Dass alle Dinge materiell sind und Spirituelles nicht existiert… Und diese weltliche Existenz nichts anderes, als eine Mischung konkurrierender Kräfte ist.

...

Die Dahris verneinten also die Existenz alles Spirituellen und folgerichtig auch den zoroastrischen Gut-Böse-Dualismus, die Schöpfung durch Ahura Mazda, das Weltende im Jüngsten Gericht und das Leben nach dem Tod. Das Denkard verdammt ihre Ideen als "uniranisch". Ein Teil scheint sogar alle religiös gelehrten Veränderungen der Welt abgelehnt zu haben. Der choresmisch- muslimische Universalgelehrte al-Biruni schrieb:
Einige der unerfahrenen und närrischen Leute der Haschwiyya- und Dahriyya- Sekten haben die lange Lebensdauer, die von verschiedenen Stämmen der Vergangenheit, vor allem der Patriarchen vor Abraham, berichtet wird, als unglaubhaft zurückgewiesen. In gleicher Weise betrachten sie als monströs, was über deren Körpergröße berichtet wird. Sie sagen, alles dies läge jenseits der Grenzen der Möglichkeit und ziehen ihre Schlussfolgerungen von Objekten, die sie in ihrer Zeit beobachten können."

http://de.wikipedia.org/wiki/Zurvanismus

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen