Freitag, 13. Januar 2017

Legenden - Graf Dracula - Vlad III. - genannt Drăculea - der Drachenorden

Vlad III. wurde um 1431 geboren und starb um 1476/1477 bei Bukarest. Er war ein rumänischer Herrscher, der zum Albtraum der Türken wurde, die Europa erobern wollten. Eine Ironie des Schicksals war es, dass er von den Türken das Pfählen lernte, als er von seinem Vater als Geisel den Türken übergeben wurde. Im Gegensatz zu seinem Halbbruder, der zum Islam konvertierte, blieb er nicht nur Christ, sondern kämpfte auch gegen die Islamisierung durch die Türken.

Der Drache wurde zum Symbol dieses Kampfes. Denn Vlad III. war - wie zuvor sein Vater - dem Drachenorden beigetreten, der ursprünglich gegen die Hussiten kämpfte, während er später vor allem gegen die Osmanen auftrat, die sich Europa aneignen und es unterwerfen wollten.




Viele Geschichten wurden über Vlad III. in Europa und Russland erzählt. Die Grausamkeiten die er beging, wurden dabei in den Vordergrund gestellt und zum Teil auch ziemlich übertrieben. Grausamkeiten waren im Mittelalter Teil des Lebens. Sie passierten überall und jederzeit. Ihn machten sie berühmt, weil er zum Teil sehr erfolgreich nur mit einer kleinen Armee, das riesige Heer der Osmanen immer wieder demütigte, indem er dieser ungeheure Verluste beifügte. Das machte ihn zur Legende. Bram Stoker verewigte ihn als "Graf Dracula", den Vampir, indem er ihn zum Wiedergänger machte, der sich durch das Blut seiner Opfer am Leben erhält. Obwohl er eigentlich tot ist.

In Rumänien und in Bulgarien gibt es bis heute Vampirgeschichten, die angeblich real sein sollen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um blutsaugende Ungeheuer, sondern um die Geister von Verstorbenen. Rammt man deren Leichen einen Holzpflock ins Herz, sterben sie wirklich. Nicht immer wurden Lebendige gepfählt. Gerade dort wo man an Wiedergänger glaubte, spießte man die Toten auf, um sie im Grab "festzunageln". Vielleicht gab es hier Berührungspunkte und die von Vlad III. Gepfählten, waren gepfählte Leichen. Sicher waren die Angaben über die Anzahl der Opfer weit übertrieben. So viele Menschen wie sie angeblich in den Stadten getötet wurden, lebten damals gar nicht in ihnen.

Vlad III. war für die Einen ein sadistischer Mörder, der - wie manche glauben - vielleicht noch immer als Vampir herumspukt, für die anderen war er ein Freiheitskämpfer, Held und Verteidiger des Christentums. Angeblich hatte man seinen abgetrennten Kopf in Honig eingelegt, dem Sultan Mehmet II. geschickt. Dieser soll ihn, auf einen Pfahl aufgespießt, öffentlich zur Schau gestellt haben. Dabei gibt es keine überzeugenden Hinweise darauf, woran er starb. Vlad III als Ausgeburt des Teufels darzustellen, war auch politisches Kalkül. Der Geschichte vom abgeschlagenen Kopf sollte man deshalb mit Vorsicht begnen. Um Wiedergänger unschädlich zu machen, schlug man ihnen nämlich auch manchmal den Kopf ab. Vielleicht haben die Türken sie nur erfunden um zu beweisen, sie hätten ihren gefährlichsten Feind für immer erledigt.

Wo Vlad III. begraben wurde, weiß man nicht. Sollte seine Seele noch immer als Vampir herumgeistern, wird es daher schwer sein, ihn endgültig ins Jenseits zu befördern. Sein angebliches Grab im Kloster Snagov war leer, als man es 1931 öffnete.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen