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Donnerstag, 25. August 2016

Unsere Ahnen - die Kelten - wer keltische Kultplätze sucht, braucht nur in Kirchen gehen Stephansdom &Co.

Das war gestern meine Beschäftigung. Kelten aufspüren.

Wer in Österreich beheimatet ist, hat mit ziemlicher Sicherheit auch keltische Ahnen. Im Gebiet in und um Wien lebten schon vor 8000 Jahren Menschen, also lange bevor die Kelten einwanderten. Wir Menschen sind ja ziemlich vermischt und deshalb sind unsere Gene nie nur einem einzigen Volk zuordenbar. Unsere Vorfahren haben überall ihre Spuren hinterlassen. Oft handelt es sich um rätselhafte Gegenstände, Grabbeigaben und anderes, was man heute nicht mehr versteht. Das Christentum hat in Europa alte Kulte und archaische Religionen überlagert. Wirklich ausrotten konnte sie diese jedoch nicht. Unter der Decke der neuen Religion, blieb Altes erhalten. Das wird auch vorher schon so gewesen sein. Auch die Kelten werden Kulte und Götter anderer Völker übernommen haben.









Der Stephansplatz in Wien ist beispielsweise ein Ort, der eine lange Vergangenheit hat. Nicht immer weiß man genau, was man dort an kultischen Gegenständen vor sich hat. Der "Stock im Eisen", der den meisten Touristen wohl entgeht, weil sie nicht wissen, was sie mit dem unauffälligen Wandschmuck anfangen sollen, ist ein "Nagelbaum", der zwischen 1400 und 1440 wuchs und in den man Nägel einschlug. Niemand weiß heute mehr warum das gemacht wurde. Man nimmt an, dass man sie zum Schutz, oder Dank für Heilung einschlug. Somit wäre dies ein uralter Brauch, der nicht christlichen Ursprungs sein kann. Ein keltischer wahrscheinlich, weil den Kelten Bäume und Quellen heilig waren. Sie bauten keine großmächtigen Tempelanlagen. Das hatten sie nicht nötig. Das christliche Machtgehabe - geerbt von den alten Römern - war ihnen fremd. Stattdessen verehrten sie Bäume, Quellen und Steine.

Sicher war der Stephansplatz ursprünglich ein keltisches Heiligtum. Dort wurden am 26. Dezember weiße, heilige Pferde, den Göttern geopfert. Die Göttin Epona wurde in der Gestalt eines Pferdes, als „Göttliche Stute" gesehen und dargestellt. In späteren Darstellungen erhielt die Göttin eine menschliche Gestalt. Als wollten die Wiener die alten Traditionen unbewusst fortführen, verehren sie heute die weißen Lippizaner in der spanischen Hofreitschule. Ist das nicht eine sonderbare Parallele? Gerade durch ihre Beziehung zum Pferd, das seit jeher als Totemtier und Krafttier schamanischer Fähigkeiten heilig ist, gilt Epona auch als Göttin der Anderswelt und Führerin ins Jenseits und zur Wiedergeburt. Sie soll auch die Schlüssel zu den Türen in die Unterwelt besitzen bzw. hüten. http://www.artedea.net/epona-die-gottliche-stute/

Der Stephansdom ist eine sehr alte Kirche. Geostet ist die Kirche auf den Sonnenaufgang des 26. Dezember 1137. Später kamen neue Bauteile dazu. Was ihn ungewöhnlich macht, sind übergroße, menschliche Geschlechtsteile, angebracht auf seiner Außenmauer.










Das zweite Foto zeigt leider eine Leinwand, weil gerade renoviert wurde als ich das Foto machte. Ich werde es irgendwann austauschen.

Die Christen waren prüde. Die Welt war ihnen verhasst. Sie wollten im Jenseits leben. Offensichtlich waren die Erbauer des Stephansdoms nicht alle christlich eingestellt. 

Das Gebiet um Wien "gehörte" zum Königreich Norikum, wenigstens dem Einfluss nach, da es damals keine festen Grenzen gab. Besiedelt war es von den Boiern, einem Keltenstamm ursprünglich aus Südwestdeutschland (kommt das Wort "Bayern" davon?), der etwa im 2. vorchristlichen Jahrhundert aus Böhmen eingewandert war, nachdem Kimbern, Teutonen und Sueben ihnen dort das Leben schwer gemacht hatten.


Danach kamen die Römer. 

Die Kelten lebten mit den Römern gemeinsam in dem Gebiet des heutigen Wien. Wien hieß zur Zeit der Kelten Vedunia (Waldbach). Um 200 v. Chr. entstand der erste keltische Staat. Der erste namentlich bekannte König hieß Cincibilus. Mehrere Stämme schlossen sich zusammen, die Führung übernahmen die Noriker, benannt nach der Göttin Noreia. Offensichtlich waren Frauen bei den Kelten durchaus angesehen. 49 v. Chr. schickte der norische Keltenkönig Voccio (ein vom Volk gewählter König) Julius Caesar Hilfstruppen für den Bürgerkrieg gegen Pompeij in Form von 300 Reitern. Also waren sie auch Demokraten. 

Unter den Römern hieß Wien Vindobona. 

172 n. Chr. gibt es eine erste christliche Spur in Pannonien. "Regenwunder im Quadenland" und "Blitzwunder" während des 1. Markomannenkrieges, ausgelöst durch Gebete des christlichen Heerführers Donatus (12. römischen Legion, später heilig gesprochen). 

202 n. Chr. Edikt von Kaiser Septimius Severus: Übertritt zum Christentum mit wird mit schweren Strafen bedroht. 

304 n. Chr. Christenverfolgungen in Österreich unter Kaiser Diokletian. 4. Mai: Martyrium des Hl. Florian (Amtsvorsteher von Aelium Cetium, dem heutigen St. Pölten, später heilig gesprochen) in Lauriacum , Provinz Ufernoricum (heutige: Lorch, Öberösterreich, Ortsteil von Enns). Später wird hier die erste christliche Kirche und römisch-katholische Diözese Österreichs errichtet (370). 

313 n. Chr. Mailänder Toleranzedikt (Zwei-Kaiser-Edikt), erlassen von Konstantin I., dem Kaiser des Westens, und Licinius, dem Kaiser des Ostens – das Christentum wird erlaubte Religion (Religionsfreiheit, Ende der Christenverfolgungen). Erste Spuren des Christentums in Wien (Johanneskapelle in Oberlaa). 

391 n. Chr. Das Christentum wird Staatsreligion im römischen Kaiserreich durch Kaiser Theodosius I. Alle anderen Religionen werden verboten. Ender der Vielgötterei. Ende der Opferungen. 

Davor und danach gab es viele kriegerische Auseinandersetzung, Zerstörungen, Völkerwanderung, usw. 


453 n. Chr. wäre noch erwähnenswert: Der Hunnenkönig Attila stirbt betrunken im pannonischen Standlager in Wien in der Hochzeitsnacht mit der burgundischen (Goten) Königstochter Hildico (Krimhild) an Blutsturz. In Wien wurde viel Alkohol getrunken, nicht nur von den Hunnen. Probus hatte den Weinanbau wieder erlaubt, nachdem dieser verboten worden war. Aber schon tausende Jahre vorher wurde Wein angebaut, daher vermutlich auch getrunken. 

740 wurde die erste Kirche in Wien gebaut, also ca. 400 Jahre vor dem  Stephansdom. 

Dazwischen gab es aber auch noch Kriege und Wien war einmal Teil des Awarenreiches, einem Teil des Magyarenreichs. Da wird nicht alles so richtig katholisch gewesen sein, was sich an Bevölkerung in Wien tummelte. 

Es gibt eine Legende die um 1012 spielt:


Nächst dem Bischofstor der Stephanskirche, am Türstock rechts, ist ein Stein eingemauert und darauf ist eine Inschrift zu sehen; sie ist aber schon ganz verwischt und kaum mehr leserlich. Darin heisst es, auf diesem Steine sei einst der heilige Koloman gemartert worden. Das Volk erzählt darüber folgendes:
Der heilige Koloman war ein fremder Königssohn. Er wanderte längs der Donau hin; denn er wollte ins heilige Land ziehen. In Stockerau ging er in eine Herberge. Es war aber damals eine unsichere Zeit und es zog viel Gesindel herum; das trieb den Leuten das Vieh weg, wo es nur ging. So hielt man auch den Jüngling für einen Spion oder für einen Bösewicht und er wurde festgenommen.
Zum Unglück verstand er die Sprache der Bewohner nicht und die Schriften, die er bei sich hatte, konnten sie nicht lesen.
Darum wurde er ins Gefängnis geworfen und nach dem damaligen Brauch gefoltert, weil die Richter glaubten, dass er sich nur verstelle. Auf einem Stein hauchte der Jüngling seine Seele aus und sein Leichnam wurde von den Knechten des Ortsrichters auf einen Baum gehängt, den Raben zur Speise. 

http://www.wien-tourist.info/index.php/Der_Kolomanstein 

Es folgten einige Wunder und so kam es in deren Folge, dass der Mann zum Heiligen wurde. 
 Die Geschichte selbst spielt also in Stockerau, aber der Stein wurde angeblich von dort zum Stephansplatz gebracht. Wieso das eine Märtyrergeschichte sein soll ist mir nicht klar, denn umgebracht wurde er schließlich von Christen. Da kann also auch etwas nicht so ganz stimmen.

Wikipedia meint dazu: Der heilige Koloman (* Irland; † 17. Juli 1012 bei Stockerau) soll ein irischer Königssohn gewesen sein, der auf einer Pilgerreise ins Heilige Land bei Stockerau gefangen genommen und hingerichtet wurde.
 Hier gibt es noch eine andere Geschichte:
 Aus dem Leben des Heiligen ist nicht viel bekannt. Die Legende berichtet, dass er ein irischer Königssohn oder Wanderprediger war, der sich auf eine Wallfahrt zu den heiligen Stätten in Jerusalem begab. Zu jener Zeit kam es zu etlichen Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich II. und Herzog Bolesław I. Chrobry von Polen. Koloman wurde aufgrund seines fremdartigen Aussehens für einen böhmischen Spion gehalten und bei Stockerau in Niederösterreich festgenommen. Nach einem Martyrium wurde er zwischen zwei Mördern an einem dürren Holunderstrauch erhängt. Diese Szene ist auch auf dem Babenbergerstammbaum, einem sechs mal vier Meter breiten Tafelbild, dargestellt, das in den Jahren 1489 bis 1492 von Hans Part geschaffen wurde. Im Garten des Klosters St. Koloman in Stockerau kann man einen zu einem Baum ausgewachsenen Holunderstrauch betrachten, der bereits oft neu ausgetrieben hat und der der besagte Holunder sein soll. Nach einer weniger bekannten Legende wurde Koloman nicht erhängt, sondern erschlagen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Koloman_(Heiliger) 
Hier wird schon klar, dass dieser Koloman ein Kelte gewesen sein wird. Oder aber ein Angehöriger eines germanischen Volkes. Denn den Kelten waren, wie erwähnt, die Bäume heilig, den Germanen der Hulunder. Im Holunder sitzt die Frau Holle. Es ist ein heiliger Baum, den man nicht umschneiden darf. Sogar heute noch gibt es Menschen die das glauben. Meine Nachbarin zum Beispiel.
Es handelt sich um eine vorchristliche Legende, welche man umgedeutet hat. Der Name Koloman ist angeblich keltischen Ursprungs und bedeutet Einsiedler. Das sagt doch schon sehr viel aus. Nachdem man seine Leiche auf den Baum hängte, um damit die Raben zu füttern, begann dieser Baum zu blühen. Man nahm die Leiche ab und grub sie ein, da gab es eine Überschwemmung. Das Grab blieb unversehrt und viele Blumen wuchsen auf ihm. Als man ihn wieder ausgrub, war die Leiche unversehrt. Zweifellos hat man es hier mit einem alten keltisch/germanischen Gott zu tun. Hugin und Munin sind in der nordischen Mythologie die beiden Raben Odins, der auch den Beinamen Hrafnáss „Rabengott“ trägt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hugin_und_Munin

In der Gründungssage von Lyon (Lugdunum) wird berichtet, dass vom Himmel Raben heruntergekommen wären und die Stadt deshalb den Namen Lugdunum erhalten habe (nach Pseudo-Plutarch, de fluviis 6, 14, soll „Rabe“ auf gallisch lugos heißen). Es gibt dafür zwar keine etymologische Bestätigung, aber die Münzen und einige Medaillons der Stadt zeigen ein rabenähnliches Tier. Auf einer Silberschale (Beginn 1. Jh. n. Chr.) ist der Gott Lugus mit einem über ihm flatternden Raben zu sehen. Das Rabenorakel in einem nicht lokalisierten Atlantik-Hafen mit dem Namen „Zwei Raben“ (Δύο κοράκων) fußt ebenfalls auf einer örtlichen Legende. Im inselkeltischen Bereich ist der Rabe stets mit kriegerischen Handlungen verbunden. Die irischen Kriegsgöttinnen Bodb und Morrígan sowie die Kriegsdämoninnen Scáthach, Uathach und Aife sind von Raben begleitet oder können sich in solche verwandeln. In der walisischen Sage Branwen ferch Llŷr sind die Namen Brân Fendigeid („Gesegneter Rabe“) und Branwen („Weiße Rabin“) zu finden. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Keltische_Mythologie

Direkt am Stephansplatz befindet sich eine unterirdische Kapelle von der niemand weiß wozu sie überhaupt gebaut worden war.

Die Geschichte der Kapelle ist nicht ganz klar: Ihre Architektur lässt sich auf das frühere 13. Jahrhundert datieren. Zu dieser Zeit war der letzte Herzog aus dem Hause Babenberg, Friedrich der Streitbare (1230–1246), Herr von Wien. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass der Herzog, der Wien gerne als Bistum gesehen hätte, eine Krypta für den heiligen Koloman als damaligen Schutzpatron der gewünschten Diözese errichten ließ. Die Achsen der Kapelle sind nach dem Sonnenstand am Namenstag des Heiligen ausgerichtet. Die Chroniken erwähnen den Bau jedenfalls nicht, was zu der Vermutung Anlass gibt, dass es sich um ein wie auch immer gescheitertes Projekt handelte.

http://www.klostergeschichten.at/virgilkapelle.php

Forscht man weiter, findet man Hinweise auf Koloman, die ganz weit in ferne Vergangenheit weisen, vielleicht sogar noch in vorkeltische Zeit. Da gibt es beispielsweise noch einen anderen Kolomanistein.

Der Kolomanistein bei Eisgarn im Waldviertel besteht aus zwei übereinanderliegenden Granitblöcken mit einer Höhe von rund 2,5 Metern. Einer Sage nach soll hier der heilige Koloman seine Füße in Wasser gebadet haben, das sich in einer Vertiefung an der Oberseite des flachen Steines gesammelt hatte.

Darüber  wurde etwas gebaut und eine Statue hinein gestellt. Heilige Steine also - wen wundert das? Wo heilige Steine sind, ist auch eine heilige Quelle nicht weit.

(Foto: Author GuentherZ https://commons.wikimedia.org/wiki/File:GuentherZ_2010-10-23_0032_Eisgarn_Naturdenkmal_Kolomanistein.jpg#mw-jump-to-license


Ebenfalls in Zusammenhang mit dem Kolomanistein steht die Achazquelle mit dem Achazmarterl an der Bundesstraße 5 zwischen Heidenreichstein und Eisgarn.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kolomanistein

Wikipedia erklärt uns auch was Schalensteine sind:

Als Schalensteine, Näpfchensteine oder Schälchensteine, im Volksmund oft Opferstein und ähnlich genannt, werden in der Regel unverlagerte und ansonsten unbearbeitete Steine genannt, die artifizielle napfförmige Vertiefungen aufweisen. Schalensteine sind weit verbreitet. Es handelt sich um von Menschen eingearbeitete, runde oder ovale, meist mehrere Zentimeter durchmessende Vertiefungen; einzelne Steine weisen zusätzlich Wetzspuren auf.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schalenstein 

Schon die Neandertaler kannten und verwendeten sie. Es sind Kultsteine. Der Stein am Stephansdom ist sicher so ein Stein:

Beim Betreten des Kirchenraumes pflegte man den "Kolomanistein" zu berühren. Der Herzog hat diesen Stein im Zuge der Erweiterung der Kirche am 3. Mai 1361 über der Schwelle des neuen Nordportales einmauern lassen. Unter dem Stein, über den das Blut des Hl. Koloman geflossen sein soll, legte der Herzog persönlich viele Reliquien. Dieser Stein ist hinter der Türe des Schriftenstandes noch erhalten, und man kann deutlich die Mulde, die durch jahrhundertelange Berührung entstanden ist, sehen und spüren.

http://www.stephansdom.at/dom_architektur_bischofstor.htm

Die Mulde entstand nicht durch Berührungen. Leichte Berührungen können einen Stein "nicht erweichen".

Die Geschichte beginnt in Stockerau. Angeblich wurde Koloman an der Stelle hingerichtet, an der heute dieses Kloster steht.

(Kwerdenker (talk) https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/35/Kloster_Koloman_in_Stockerau.jpg)

Jetzt habe ich noch eine neue "Übersetzung des Namens gefunden: Koloman = altnordisch "der behelmte Mann"; altnordisch Kollir = Helm. Muss aber nicht stimmen. 


Die katholischen Christen verehren in Wahrheit einen alten, keltischen Gott, indem sie Koloman zum Heiligen machten. Die alten Götter sind zäh.




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